Es wurde eine möglichst einfache und preiswerte
Lösung zur Standortermittlung von Fahrzeugen, Personen, Tieren und
Gegenständen gesucht. Weil sich nur mit GPS-gestützten
Systemen Genauigkeitswerte in der Größenordnung von +/-
10Metern erreichen lassen, kam hier von Beginn an auch nur eine
Lösung infrage, die sich dieses globalen Navigationssystemes
bediente. Zur Fernübertragung der Daten sollte demgegenüber
eines der öffentlichen GSM-Mobilfunknetze genutzt werden.
Zur Erfassung und Übermittlung der
Navigationsinformationen sind grundsätzlich drei
verschiedene Hauptkomponenten erforderlich:
1. ein GPS-Empfänger
2. ein GSM-Modem oder Handy mit integr. Modemfunktion
3. ein geeignetes Programm und ggf. eine zusätzliche Hardware zur
Steuerung der erforderlichen Betriebsabläufe
Während zur Steuerung der Betriebsabläufe bisher
vorzugsweise separate Microcontrollereinheiten oder Pocket-PC's mit
geeigneter Software Verwendung fanden, können zusätzliche
Programme bei einigen aktuellen Handytypen auch erstmals direkt im
geräteinternen Speicher bzw. auf einer Zusatzspeicherkarte
abgelegt werden. Damit erschliessen sich dem Gerätenutzer eine
Vielzahl neuer vielseitiger Anwendungen, für die bisher in der
Regel ein separater PDA erforderlich war. Inzwischen gibt es
auch schon eine beachtliche Auswahl an entsprechender Software. Sie
lässt sich in der Regel direkt aus dem Internet
herunterladen und mit wenigen Handgriffen auf dem Handy installieren.
Am weitesten verbreitet sind Programme für das Symbian
Betriebssystem ( 60er Serie ). Geeignete Handys sind folgende Typen
bzw. müssen die in der unteren Zeile genannten Softwareversionen
zum Einsatz kommen:
| Nokia
3600 |
Nokia
7650 |
Samsung
SGH-D710 |
| Nokia
3650 |
Nokia
G-Gage |
Samsung
SGH-D720 |
| Nokia
3660/3620 |
Nokia
N-Gage QD |
Samsung
SGH-D730 |
| Nokia
6260 |
Panasonic
X700 |
Sendo
X |
| Nokia
6600 |
Panasonic
X701 |
Sendo
X2 |
| Nokia
6620 |
Panasonic
X800 |
Siemens
SX1 |
| Nokia
7610 |
Samsung
SGH-D700 |
|
| Symbian
6 Series 60 1.0 |
Symbian
6 Series 60 1.2 |
Symbian
7 Series 60 2.0 |
Tabelle 1: Für BLUESKY
verwendbare Handytypen ( Angaben ohne Gewähr )
Zur Realisierung unseres Vorhabens ist neben einem Handy, das mit
einer der genannten Symbian-Softwareversionen arbeitet, zusätzlich
nur noch ein externer GPS-Empfänger mit
Bluetooth-Schnittstelle erforderlich ( Abb.1 ). Ein Programm,
das unsere Aufgabenstellung erfüllt,
wird von der Firma NAPOS unter dem Namen "BLUESKY GPS" angeboten.
Es ist
in der Lage, die von einer GPS-Maus stammenden Navigationsdaten zu
verarbeiten.
Um eine Verbindung zwischen Handy und Maus herstellen zu können,
muss
die verwendete GPS-Maus dabei über eine
Bluetooth-Schnittstelle verfügen, was inzwischen aber zum Standard
geworden ist. Bei der Auswahl eines geeigneten Typs sollte man nur
darauf achten, daß hierbei ein moderner GPS-Chipsatz zum Einsatz
kommt. Standard sind derzeit Chipsätze nach SIRF-III. Nachdem ein
Datenkontakt zum GPS-Empfänger hergestellt wurde, werden
der aktuelle Standort und die jeweilige Satelliten-Empfangssituation
auf
dem Handy-Display angezeigt ( Abb.2) Neben weiteren Daten lassen sich
darüberhinaus auch Distanz und Richtung zu einem vorher
festgelegten Wegpunkt darstellen
( Abb.3 ). Informationen über weitere Programmfeatures erhält
man über die oben genannte Link.
Abb.2
Abb.3
Hauptbildschirm von "BLUESKY"
Anzeige
von Distanz und Richtung zu einem Wegpunkt
Das Interessanteste an dem BLUESKY-Programm ist jedoch, daß
die Möglichkeit besteht, die erfassten Navigationsdaten auch an
jeden beliebigen GSM-Teilnehmer übertragen oder von ihm abrufen
lassen
zu können. Während bei der Aussendung zwischen
einzeln
initiierter und automatischer cyclischer Übertragung gewählt
werden kann, wird eine Fernabruf durch Zusendung einer
Abfrage-SMS
an die datenerfassende Seite eingeleitet. Zum Schutz gegen
unerwünschte
Abfragen ist dabei ein bestimmtes Messageformat einzuhalten. Es setzt
sich aus dem Namen "BLUESKY" und einem vom Nutzer vorher
festzulegenden
Passwort zusammen.
Die Übertragung der Navigationsdaten erfolgt als übliche
Kurzmitteilung ( SMS ).
mögl.: Bezugsquelle: http://www.handango.com/PlatformProductDetail.jsp?productId=140316
BLUESKY sendet die Daten an eine vom Anwender vorher festgelegte
Ziel-Rufnummer. Im einfachsten Fall erscheinen sie nur auf dem Display
des angerufenen Handys ( Abb.4). Damit sind Längen-
und Breitengraddaten der Gegenseite, sowie Richtung und Distanz vom
dortigen Standort
zu einem vorgegebenen Wegpunkt verfügbar.
Die Auswertung eintreffender Messages mit Navigationsdateninhalt
kann mit unterschiedlichem Komfort erfolgen. So können zur
Bestimmung des sich hinter den erhaltenen Daten verbergenden realen
Standortes im einfachsten Fall z.B. Papierkarten mit Koordinatengitter
oder PC-Map-Programme zum Einsatz kommen.

Abb.5 (C)GOOGLE Maps
Erhaltene Koordinaten lassen sich auch zum direkten Kartenaufruf
unter GOOGLE Maps ( http://maps.google.de/maps
) heranziehen. Dazu müssen sie lediglich im Format:
<Breitengrad> <Leerstelle> <Längengrad>
gemäß Abb.5 in das
Eingabefenster geschrieben werden. Danach ist nur noch die Taste
"Adressen suchen" zu betätigen und der gewünschte
Kartenausschnitt erscheint ( mit weiteren Zoom-Möglichkeiten ) auf
dem Bildschirm. Auch kann eine Auswahl zwischen Karten-,
Satellitenansicht- und Hybriddarstellung gewählt werden.
PS: Wer seine Koordinaten nur im Grad/Minuten-Format vorliegen
hat,
kann für die Eingabe auch das in der zweiten Zeile des
Zusatzfensters sichtbare Format verwenden.

Standortanzeige mithilfe von Offline-Kartenprogrammen
Geeignet sind beispielsweise die auf CD-ROM erhältlichen Kartenprogramme TOP50 bzw. TOP200 der Landesvermessungsämter. Während hiermit Kartenmaterial in den Maßstäben 1:50 000 bzw. 1:200 000 bereitgestellt wird, ist z.B. für NRW auch höher auflösendes Material ( Maßstab 1:10 000 ) verfügbar. Die dargestellte Karte kann dabei entsprechend der per Menü eingegebenen Koordinaten positioniert werden. Der Standort des Zieles liegt dabei im Mittelpunkt der roten Kreismarkierung ( Abb.7 ).
Ein weiteres geeignetes Auswertprogramm ist AUTO ROUTE von Microsoft. Zur Ermittlung der sich hinter den am Handy-Display angezeigten Werten verbergenden realen Position ist der Cursor hierbei nur auf die Stelle der Karte zu positionieren, die zur Anzeige von Längen- und Breitengradwerten führt, die mit denen vom Handy übereinstimmen. Auch durch Nutzung der bestehenden Zoommöglichkeiten ist auf diese Weise eine einfache, aber dennoch genaue und detaillierte Ortbestimmung möglich ( Abb.8 ).
Auf dem PC-Schirm werden hierbei die geogr. Koordinaten angezeigt, die der aktuellen Cursorposition entsprechenden. Da die Cursordarstellung bei der Screenprinterzeugung verlorengeht, wurde seine Position hier durch ein Fadenkreuz markiert.