D-STAR-Funkgeräte
ermöglichen neben analoger und digitaler
Sprachübertragung parallel auch noch die zusätzliche
bidirektionale
Übertragung von Kurzdaten ( ähnl. SMS ). Über die
Luftschnittstelle wird dabei mit Raten von 960bps ( neunhundertsechzig
) gearbeitet. Das
klingt nicht nach sehr viel, sollte aber zur Übertragung von ggf.
direkt per Tastatur eingegebenen Kurztexten oder auch für
Navigations- und ähnlichen Informationen völlig ausreichend
sein.
Die Datenschnittstelle der
D-STAR-Geräte
Alle D-STAR-Geräte von ICOM
besitzen auch eine Datenschnittstelle. Pegelmäßig
ist sie RS232-kompatibel, beschränkt sich aber auf eine
Minimalvariante mit lediglicher Nutzung der seriellen Ausgangs- (
TxD ) und Eingangsleitungen (
RxD ). Mit Ausnahme des "IC-E92", bei dem eine exotische 12pol.
HIROSE-Steckverbindung zum Einsatz kommt, sind hierzu alle mir
bekannten Geräte mit einer Standard-2.5mm-Stereo-Klinkenbuchse
ausgestattet. Die Belegung des dazu
passenden Gegensteckers geht aus Abb.1 hervor.

Abb.1
Wer nicht löten mag, der kann passende Anschlusskabel (
2.5mm-Stereo-Klinke auf RS232 mit Sub-D-Buchse ) auch unter der
ICOM-Bezeichnung "OPC-1529R" erwerben. Aufgrund des
erforderlichen Spezialsteckers * wird man bei Verwendung von
Handfunkgeräten des Typs "IC-E92" kaum um die Anschaffung
eines Originalkabels ( Bezeichnung: "OPC-1799" ) herumkommen. Bei dem
neuen "IC-E80D-Geräten" ist
man allerdings erfreulicherweise wieder zum Standard-Klinkenanschluss
zurückgekehrt.
Alle Adapterversionen sind mit einer 9pol. Sub-D-Buchse ausgestattet,
die folgende Belegung besitzt: Pin2: Daten vom Radio ; Pin3: Daten zum
Radio; Pin5: gemeinsame Masse.
Die von den einzelnen Gerätetypen unterstützten Baudraten
sind aus Tabelle 1 ersichtlich. Ansonsten wird mit den Parametern: 8
Datenbits, kein Paritätsbit und 1 Stopbit gearbeitet.
Zum Anschluss der von den Geräten bereitgestellten
RS232-Schnittstellen an PC's mit nur USB-Anschlüssen gibt es auf
dem Markt geeignete Adapter. Allerdings wurde
festgestellt, daß es Ausführungen gibt, die dabei Probleme
bereiten. So wollte ein zufällig vorhandener Adapter z.B. nicht
mit
der ICOM-Fernsteuersoftware "RS-91"
zusammenarbeiten.

Tabelle 1
Praktische
Datenübertragung mithilfe von Terminalprogrammen
Eine Datenübertragung kann auf
zweierlei Weise initiiert werden: Im ersten Fall werden die am
seriellen Dateneingang des verwendeten D-STAR-Gerätes ankommenden
( ASCII- ) Zeichen erst einmal in dessen Sendepuffer geschrieben und
erst nach Betätigung der "PTT-Taste" ausgesandt ( PTT-Mode ). Im
zweiten Fall erfolgt die Aussendung dagegen unmittelbar nach Eintreffen
der Zeichen automatisch ( Auto-Mode ). Die Auswahl zwischen beiden
Betriebsarten erfolgt über die Menüs: "DV SET MENU" und "DV
DATA TX".
PC-Terminalprogramme
Für einige Gerätetypen wird vom
Hersteller auch eine Software zur Steuerung fast aller
Gerätefunktionen mithilfe eines PC's angeboten. Wer
diese Software besitzt, der kann dabei auch ein "Terminal Window"
öffnen und hierüber mehr schlecht als recht auch bereits
Texte oder Datenfiles mit Gegenstationen austauschen. Jedes eingegebene
Zeichen wird dabei ( wenn das Gerät im Auto-Modus betrieben wird )
sofort gesendet und Textkorrekturen ( z.B. mithilfe der Backspace-Taste
) sind nicht möglich. Darüberhinaus werden keine Umlaute
akzeptiert. Nicht viel besser sieht es bei Verwendung des zum
Windows-Umfang
gehörenden ( und dort unter "Zubehör" zu findenden )
Terminalprogrammes "HyperTerminal" aus. Wer dieses Programm dennoch
einmal testen möchte, der findet auf meiner Seite:
http://www.kh-gps.de/hyper.htm
weitere Hinweise zu seiner Konfiguration.
Bessere Erfahrungen habe ich mit einem im Internet verfügbaren (
http://www.sena.com/products/industrial_bluetooth/hd_universal_comm/
) universell verwendbaren Terminalprogramm gemacht. Neben vielen
anderen Features bietet es die für unsere Anwendung sehr
interessante Möglichkeit, eingegebene Texte erst auf Tastendruck
aussenden zu können.
Speziell für den Zweck der D-STAR-Textübertragung wurde
dagegen das Programm "d*Chat" von Brian Roode,N6JN geschrieben (
http://nj6n.com/dstar/dstar_chat.html
). Es ermöglicht einen vergleichsweise komfortablen Austausch von
Kurztexten und ist für die AFU-Nutzung frei verfügbar. Neben "
D-RATS" hat
auch das von Torsten, DG1HT stammende
Programm: "D-Term" inzwischen viel Anklang gefunden (
http://www.d-term.de/
).
PDA-Terminalprogramme und Adaptierungsproblematik
Reizvoll ist natürlich auch eine mobile Datenübertragung ohne
Verwendung z.B. großvolumiger Laptops. Hier könnte die
Stunde ultraportabler PDA's ( z.B. mit dem Betriebssystem: WINDOWS
MOBILE )
schlagen. Ein speziell für die Nutzung
mit D-STAR-Geräten erstelltes Textübertragungsprogramm ist
mir dabei allerdings leider ( noch? ) nicht begegnet. Gute
Erfahrungen konnte ich
jedoch mit dem PDA-Terminalprogramm "PocketDAQ Pro" von
http://www.appliedpda.com
machen. Ausschlaggebend für diese Wahl war nicht zuletzt, dass es
auch hierbei möglich ist, vorher eingegebene ( und
dabei
ggf. auch korrigierbare ) Texte erst auf Tastendruck auszusenden.
Probleme hatte ich dabei allerdings mit der angeblich eine Woche voll
nutzbaren Testversion, die schon bei ihrer Erst-Inbetriebnahme eine
Überschreitung der Nutzungsdauer
signalisierte! Nachdem
aber auch das Alternativ-Programm: "PocketTTY" (
http://www.dejavusoftware.com/pocketty/index.html
) insofern Schwierigkeiten bereitete, als es den für eine
Bluetoothverbindung
benötigten Com-Port nicht bereitstellte, habe ich mich
dann doch für die Vollversion von "PocketDAQ Pro" entschieden.

Abb.2 Screenprint eines PDA's mit Betriebssystem: WM6
Oberes Fenster: empfangener Text ;
Einzelzeile: auszugebender Text ( Ausgabe nach Betätigung der
SEND-Taste )
Da PDA's in der Regel nur als USB-Slave arbeiten können, kommen
zur Zusammenschaltung von Funkgerät und PDA inzwischen
eigentlich nur noch Bluetooth-Lösungen infrage. Was früher
sehr kompliziert und relativ teuer war, ist aufgrund neu
herausgekommener Bauteile allerdings inzwischen viel einfacher und
preiswerter
umsetzbar. Zu diesem Thema empfehle ich ein Studium meiner Seite:
http://www.kh-gps.de/btm222.htm.
Bei dem auszuwählenden Adaptertyp sollte eine auf der RS232-Seite
mit normgerechten Pegeln arbeitende Version zum Einsatz kommen. Das ist
z.B. der Fall, wenn Bausteine wie MAX232-, MAX3232- oder ähnliche
zur Pegelwandlung verwendet werden. Als Grund dafür ist anzusehen,
dass der Zugriff auf die serielle Schnittstelle der ICOM-Geräte
bei nicht normgerechten Eingangspegelwerten vereinzelt Schwierigkeiten
bereitete.
Um den Baustein BTM-222 einsetzen zu können, ist
er mithilfe der Befehle: "ATR1" zum Betrieb als SLAVE
und mit "ATL1" ( 9600bps ) oder "ATL3" ( 38400bps ) auf die zum
jeweils verwendeten Funkgerät passende Datenrate ( gem. Tabelle 1
)
einzustellen. Zur Ablage der genannten Konfigurationsdaten ist der
BT-Baustein lediglich via RS232- oder USB-Seriell-Adapter
vorübergehend an einen PC anzuschliessen und dort ein
Terminalprogramm zu betreiben.
Projekte, Ideen und Grenzen
der Nutzung
Die Möglichkeiten der
D-STAR-Datenübertragung werden bisher noch
sehr wenig genutzt. Allerdings muss man im Vergleich zu Packet Radio
und
APRS auch
sagen, daß sich die bei dem D-STAR-Verfahren fehlende
Fehlerkorrektur doch sehr negativ bemerkbar. So werden alle auf dem
Übertragungswege auftretenden Fehler unkorrigiert
weitergegeben, was natürlich ggf. auch zu einer mehr oder weniger
starken Datenverstümmelung führen kann. Hier könnte
durch zusätzliches Übertrag von Prüfsummen zumindest
eine Erkennung und ggf. Unterdrückung auf der
auswertenden Seite fehlerhaft ankommender Daten erreicht werden. So
könnte man sich z.B. ein spezielles Terminalprogramm vorstellen,
das die aussendenden Stellen nach erkannten Übertragungsfehlern
automatisch zur Aussendungswiederholung veranlassen würde.
Meine weiteren Seiten zum Thema "D-STAR"
u.ä.