Baustein
zur Sprachidentifikation von Amateurfunkstationen
Version vom 18. April 2008 ( Neu: HEX-File downloadbar )
In der
Elektronikzeitschrift "ELV Journal" [1] weckte unlängst die
Beschreibung eines
kleinen Bausteins mein Interesse. Dabei handelte es sich um ein einfach
einsetzbares Modul zum Speichern und Wiedergeben von
WAV-Audiofiles ( max. 24 Sekunden
). Obwohl der Entwickler anscheinend mehr im
Bereich des Modellbaus liegende Anwendungen im Sinn hatte, dachte ich
sofort auch an
Einsatzmöglichkeiten im Amateurfunk. So könnte es z.B.
nützlich sein, wenn man eine automatische Station veranlassen
könnte, sich auch per
Sprachmessage zu identifizieren. Bei D-Star-Repeatern
gibt es beispielweise das Problem, daß man sich zwar weltweit
"verlinken" kann, es oft aber offen bleibt, ob man am Ziel auch
wirklich hörbar ist. In solchen Fällen würde es
nützlich sein, wenn der Ziel-Repeater mit einer
Sprachausgabeeinheit ausgestattet sein würde und man selbst
die
Möglichkeit zum gezielten Abrufen einer von dort kommenden
Ident-Message
hätte. Nachdem
die meisten Funkgeräte bereits standardmäßig mit
DTMF-Encodern ausgerüstet
sind, lag es nahe, die Abfragen hierüber zu steuern. So
entstand das im
Folgenden beschriebene Projekt:
[1] "Mini-USB-Sound Modul" ELV Journal 3/2007 S.58-61 (
ELV-Art-Nr.: 68-753-44 )
http://www.elv.de/output/controller.aspx?cid=74&detail=10&detail2=17773
Abb.1
DTMF-Decoder mit ELV-Sprachspeicherbaustein "MSM1"
Neben dem schon oben erwähnten
ELV-Sprachspeicherbaustein, wird der Kern der Elektronik durch einen
DTMF-Decoderchip "U1" ( MT8870
) und einen
Mikrokontroller "U2" ( AT89C2051 ) gebildet. Die
Abläufe werden durch ein im
Flash-Speicher des Prozessors "U2" abgeleges Programm gesteuert. Zur
Auswertung
kommt das bei geberseitiger Betätigung der Taste "0" erzeugte
DTMF-Tongemisch. Nach erfolgreicher Decodierung liefert
der Prozessor einen
kurzen positiven Puls an
seinem Ausgang Pin
11. Nach Invertierung
mithilfe von Transistor "Tr1" dient er dem Start einer Sprachausgabe.
Dazu wird er Eingang "ST5" des MSM1-Bausteins zugeführt. Ein
weiterer, unmittelbar danach an Prozessor-Pin 9
bereitgestellter Puls liefert nach Invertierung durch "Tr2" über
dessen Open-Collector das zur Aktivierung
eines angeschlossenen
Senders benötigte PTT-Signal
( "push to talk" ). Dabei sind die bekannten Varianten
zur Steuerung von a.) Sendern mit separatem PTT-Tasteingang und b.)
Sendern mit
kombiniertem Mikrofon/PTT-Anschluss möglich. In letzterem Fall
muss die
Brücke "JP1" geschlossen sein. Die vom Sprachspeicherbaustein
bereitgestellten Tonsignale stehen am Line-Ausgang "ST9" des "MSM1" zur
Verfügung. Von hier sind sie ( ggf. kombiniert mit
dem PTT-Tastsignal ) dem MIC-Eingang des Senders zuzuführen.
Nachdem der Sprachspeicherbaustein leider kein Kriterium zur
Enderkennung der Tonsignalausgaben liefert, muss der Anwender die
Anpassung der
Sender-Tastimpulslänge an die
jeweilige Sprachausgabezeit leider selbst vornehmen. Hierzu dienen
vor allem die Prozessoranschlüsse 16-19 ( P1.4-P1.7 ).
Entsprechend Tabelle 1 lassen sich hierüber Pulslängen
zwischen 1 und 15
Sekunden wählen. Da der Sprachbaustein eine
maximale Speicherkapazität von 24 Sekunden besitzt, lässt
sich die
gewählte Impulszeit bei Bedarf auch noch um einen Festwert von 10
Sekunden
verlängern. Zur Aktivierung dieser Funktion ist Pin 7 des
Prozessors "U2" bzw. Schalter"S1" mit Masse zu verbinden.
SWITCH
|
J1
|
J2
|
J3
|
J4
|
PROZESSOR-PIN
|
16
|
17
|
18
|
19 |
PROZESSOR-PORT
|
P1.4
|
P1.5
|
P1.6
|
P1.7
|
| DELAY |
|
|
|
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| 1
Sec. |
H
|
L
|
L
|
L
|
| 2
Sec. |
L
|
H
|
L
|
L
|
| 3
Sec. |
H
|
H
|
L
|
L
|
| 4
Sec.. |
L
|
L
|
H
|
L
|
| 5
Sec. |
H
|
L
|
H
|
L
|
| 6
Sec. |
L
|
H
|
H
|
L
|
| 7
Sec. |
H
|
H
|
H
|
L
|
| 8
Sec. |
L
|
L
|
L
|
H
|
| 9
Sec. |
H
|
L
|
L
|
H
|
| 10
Sec. |
L
|
H
|
L
|
H
|
| 11
Sec. |
H
|
H
|
L
|
H
|
| 12
Sec. |
L
|
L
|
H
|
H
|
| 13
Sec. |
H
|
L
|
H
|
H
|
| 14
Sec. |
L
|
H
|
H
|
H
|
| 15
Sec. |
H
|
H
|
H
|
H
|
|
|
|
|
|
Tabelle 1
"H"= offener Porteingang "L" = Masseverbindung
ANM.:
Durch
Masseverbindung von Port P3.3 ( Pin 7 ) verlängert sich die
jeweils angewählte Verzögerungszeit um weitere 10 Sekunden.
Zum Sprachbaustein "MSM1"
Abb.2 ELV-Sprachmodul "MSM1" (
Abm.: 34x30mm )
Der Sprachbaustein "MSM1" wird als
Bausatz geliefert. Alle verwendeten SMD-Bauteile sind jedoch bereits
bestückt. Das Einlöten der wenigen auf der Platine noch
fehlenden Bauteile
erfordert somit nur ein paar Minuten und keine speziellen
Maßnahmen. Die auf das
Modul übertragbaren WAV-Dateien müssen im 8
Bit-Mono-Mode mit einer Samplingrate vom 22.05 KHz vorliegen. Die
einfachste Möglichkeit besteht darin, sie mit dem zu "WINDOWS"
gehörenden Programm "AUDIORECORDER" zu erzeugen und ggf. auch
damit zu
bearbeiten. Dieses unter "ZUBEHÖR" zu findende
Tool kann bei Bedarf auch benutzt werden, um vorher
nicht-kompatible WAV-Dateien in solche mit den oben genannten
Parametern zu konvertieren.
Die Einstellung der für den Betrieb des Moduls erforderlichen
Parameter erfolgt über eine auf CD-ROM mitgelieferte
Windows-Software. Zur Übertragung von Betriebsparametern und
Sprachdateien in Richtung Speicherbaustein wird eine USB-Verbindung
verwendet. Während der Übertragungszeit blinkt die auf
dem
Baustein befindliche LED. Abhängig von der Größe des
jeweiligen Datenfiles kann dieser Vorgang mehrere Minuten
dauern und erfordert somit ein wenig
Geduld. Nach Beendigung
der Übertragung
sollte man den Sprachbaustein zuerst einem internen Funktionstest
unterziehen.
Dazu ist es sinnvoll,
einen ( für die Funktion des Identifiers ansonsten nicht
benötigten ) Lautsprecher an die Ports "ST3" und "ST4" zu schalten
und
durch kurzes
Verbinden von "ST5" mit einem der Massepunkte "ST1" oder "ST8" die
Sprachausgabe zu starten. Nach
erfolgreichem Test wird die USB-Verbindung nicht länger
benötigt und kann getrennt werden. Der Sprachspeicherbaustein
jetzt eigenständig nutzbar. Für den Betrieb als
Kennungsgeber ist lediglich noch der
zum jeweiligen Sender passende Modulationspegel einzustellen. Dazu
sollte man die
Aussendung mit einem geeigneten Empfänger abhören und den auf
der Sprachspeicherplatine befindlichen Einstellwiderstand "R13" auf
optimale Wiedergabequalität einstellen.
Weitere Infos zur Funktion und zur
Verwendung des Moduls können entweder dem oben erwähnten
Artikel oder den bei Lieferung des Bausatzes
mitgelieferten Unterlagen
entnommen werden.
Nachbau des DTMF-Decoderteils
Der DTMF-Decoderbaustein "U1" ist
schon seit vielen Jahren auf dem Markt. Ursprünglich wurde er
unter dem Namen "MV8870" von GEC/PLESSEY und später unter "MT8870"
(
genaue Bez. ist "MT8870DE" für die 18pin-DIP-Version ) von MITEL
vertrieben. Nachdem Fa. ZARLINK
aus Canada die Halbleiterproduktion von MITEL übernommen hat, gibt
es den Baustein mit gleicher Bezeichnung jetzt von dieser Firma. Baugleiche
Ersatztypen vertreiben verschiedenste Hersteller auch unter
Bezeichnungen wie: "CM8870", "HT9170B",
"UM92870C" oder "KT3170". Fa. CONRAD bietet das Teil unter
folgenden Bestellnummern
an: 173193-LN und 175064-LN ( ohne Gewähr ).
Das HEX-File des Mikrokontrollerprogrammes kann hier heruntergeladen
werden. Auf
privater Basis sind auch kleine Mengen bereits programmierter
Prozessoren lieferbar.
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