Innenleben
des 863MHz-Funk-Kopfhörers
"TEMPI-TEC HP2280"
Version
vom 25. März 2009
Seit in letzter Zeit ( u.a. bei
EBAY und POLLIN ) sehr
preiswerte 863MHz-Funk-Kopfhörer angeboten werden, interessierte
mich auch ihr Innenleben. Das geschah auch in Hinblick auf die
Verwendbarkeit für universelle Tonübertragungsaufgaben.
Speziell ging es mir dabei um den
Typ "TEMPI-TEC HP2280" ( Abb.1 ) , der z.B. bei Pollin schon für
weniger als Euro 15 erhältlich ist ( Art.-Nr.: 660
397 ).
Abb.1
Im Originalzustand erfolgt die
Aussendung von Stereo-Tonsignalen
mithilfe der in Abb.1 ( Nr. 1 ) gezeigten Basiseinheit. Sie dient auch dem Parken des
Funk-Kopfhörers ( Nr. 2 ) und kann dabei seine in den Ohrmuscheln
verborgenen
Akkus laden. Tonsignale werden der Basiseinheit
über eine 3.5mm-Klinkenbuchse zugeführt. Ein mitgeliefertes
12V-Steckernetzgerät dient der Energieversorgung. Mithilfe
eines
Schiebeschalters kann zwischen drei Sendefrequenzen gewählt
werden: Ch.1: 863.53 MHz; Ch.2: 864.03
MHz; Ch.3: 864.53 MHz ( Anm.: Die diesbezüglichen Angaben in der
Bedienungsanleitung sind nicht ganz korrekt )
Hier
die technischen Daten des HP 2280 gemäß Herstellerangabe:
Hochwertiger Funkkopfhörer mit sehr hohem Tragekomfort und
Basisstation mit integrierter Ladefunktion.
Technische Daten:
- UHF-Technologie (863 MHz)
- Betrieb des Kopfhörers mit 2 Micro-Akkus
- einfaches Laden der Akkus durch Einsetzen des Kopfhörers in den
Sender
- Lautstärke am Kopfhörer einstellbar
- LED-Statusanzeige
- Frequenzbereich 30...11000 Hz
- Reichweite bis 100 m (bei optimalen Bedingungen)
Lieferumfang: Kopfhörer, 2 Micro-Akkus, Steckernetzteil,
Klinkenadapter 6,3/3,5 mm und Cinchadapter auf 3,5 mm Klinkenkupplung.
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Hinweis: Die folgenden Abbildungen
2-6
können zur Grossdarstellung angeklickt werden
DER SENDER-BAUSTEIN
Der eigentliche
Senderbaustein ( Abb.2 ) ist nach Öffnen des
Gehäuses der Basiseinheit zugänglich. Dabei fällt die
normalerweise innerhalb
des Gehäuses verborgene Antenne ( Abb.2, Nr. 1 ) auf. Sie
ist auf die benutzte 35cm-Welle abgestimmt und dabei ca. entsprechend
einer 1/4-Wellenlänge dimensioniert. Die
Funktionen der seitlichen Anschluss- und Bedienelemente des
Sendebausteins sind weitgehend selbsterklärend, werden aber
unten noch einmal kurz beschrieben. Die beiden im Originalzustand zu
den Ladekontakten der Basiseinheit führenden Leitungsverbindungen
( Nr. 5 ) wurden entfernt. Sehr einfach kann des
Moduls auch im ausgebauten Zustand betrieben werden. Dabei sind
allerdings ggf.
auftretende zulassungsrechtliche Fragen zu berücksichtigen.
Wichtig ist noch zu wissen, dass der Sender nur bei anliegendem
Audio-Eingangssignal aktiviert wird und sich ca. 1 Minute nach
einem evtl. Tonsignalausfall auch wieder automatisch abschaltet.
Abb.2
1: Antenne;
2. Kanalschalter; 3. Power DC-In 12V; 4. Stereo-Audio-In
3.5mm-Klinkenbuchse;
5. ehem. Ladeanschluss ( nicht in Benutzung ); 6-7.:
Anschluss Power- und Lade-LED
DER EMPFÄNGER-BAUSTEIN
Die Empfangseinheit besteht im Originalzustand aus dem eigentlichen
864MHz-Empfänger ( Abb. 3-4 ), einem
Kopfhörer-Zusatzverstärker ( Abb. 5-6 ), sowie zwei
1.2V-Akkus und zwei Hörkapseln. Zur Unterbringung der einzelnen
Komponenten werden im Originalzustand beide Ohrmuscheln benötigt.
Das erfordert
umfangreiche Querverbindungen und ist zumindest auf den ersten
Blick sehr unübersichtlich. Bei eigenständiger Nutzung
ausgebauter Empfangsteile können
hier aber wesentliche Vereinfachungen vorgenommen werden.
Die Darstellungen Abb. 3-6
berücksichtigen schon die modifizierte Beschaltung. Wie
im Folgenden noch zu beschreiben sein wird, kommt die
Minimalkonstellation dabei sogar ohne den Zusatzverstärker aus.
Abb.3
Abb.4
1.:
Lautstärkeeinsteller; 2.: Frequenz-Scan-Taste; 3.:
Power-LED; 4.: Audio-Out rechter Kanal; 5.: Audio-Out linker Kanal
6.: +U für
Kopfhörer-Verstärker; 7.: Masse;.:
Verbindungskabel zum Kopfhörer-Verstärker; 9.: +Uin ca. 2,4 bis 3,0V
Zur Energieversorgung
des
Empfängers werden die Anschlüsse Nr. 7 ( Masse ) und 9 ( ca.
+2,4 bis +3,0V ) gemäß Abb. 4 benutzt. Dabei fliesst ein
Strom von nur ca. 30mA. Über die LED Nr.
3 kann das Vorhandensein der Versorgungsspannung kontrolliert werden.
Die
Ton-Ausgangssignale stehen an den Ausgängen Nr. 4 ( rechter Kanal
) und 5
( linker Kanal ) zur Verfügung. Unter Verwendung der
gemeinsamen Masseverbindung können hier z.B. fertig
erhältliche Aktivboxen ( siehe Abb.7 ) oder auch beliebige
andere Niederfrequenzverstärker
angeschlossen werden.
Bei Betätigung der Scan-Taste Nr. 2 führt der
Empfänger jeweils einen automatischen Suchlauf über drei
Kanäle durch.
Der Antennendraht innerhalb der Hörmuschel kann im Originalzustand
zwangsläufig nicht ganz optimal ausgeführt sein. Zur
Erzielung
einer besseren Funkreichweite könnte er durch einen Stab analog
zur Sendeantenne ersetzt werden. Zur Erzielung optimaler
Funkreichweiten ist es empfehlenswert, Sende- und Empfangsantenne
möglichst freistehend vertikal zu positionieren.
DER KOPFHÖRER-VERSTÄRKERBAUSTEIN

Abb.5
Abb.6
1.: +U für
Kopfhörer-Verstärker; 2.:
Masse; 3.: Audio-In linkerKanal;
4.: Audio-In rechter Kanal;
5. Verbindungskabel zum Empfänger
6.: Hörerausgang
linkerKanal; 7.: Masse dazu;
8.: Hörerausgang rechter Kanal;
9.: Masse
dazu; 10.: Einschalter ( entfernt ); 11.: Power-LED
Um die
Hörerkapseln verwenden zu können, sind die NF-Ausgangssignale
des
Empfängerbausteins gem. Abb. 5-6 auch noch über den
Zusatzverstärkerbaustein zu führen.
Dazu müssen auch die benötigten Querverbindungen zwischen
Empfänger und Verstärker hergestellt sein. Sie dienen der
Energieversorgung und der Tonsignalübertragung. Die
Hörerkapseln ( Original: 32 Ohm, 20mW ) sind mit den
Anschlüssen Nr. 6-7 ( linker Kanal ) und Nr. 8-9 ( rechter Kanal )
zu verbinden. Der
ursprüngliche Power-Schalter ( Nr. 10 ) wurde entfernt. Über
LED Nr. 11 kann das Anliegen der Versorgungsspannung des
Zusatzverstärker kontrolliert werden.
Abb.7
Beispiel für
einen kleinen Stereo-Aktivverstärker ( Pollin )