LCDTRAK  
Ein einfacher APRS-Decoder mit LCD-Display
oder: "Wo sind die Anderen?"

 Version vom 26. Februar 2009

NEU im Februar 2009:  Softwareversion "LCDWPL6" mit erweiterten Funktionen ( siehe unten )

  LCDTRAK is a simple decoder showing call, distance and bearing angle from last four received APRS stations. Reference position can be fix ( after storing it within EEPROM section of processor ATMEGA32 ) or variable by using actual NMEA data coming from an attached GPS receiver. TNC input is compatible to format used with standard node controllers.  Besides this, also simple AX25 decoding only solutions like those from Mike, N0QBH can be used. LCDTRAK itself is decoding transmissions in standard APRS or compressed MIC-E format. Distances can be shown in kilometers (k) or nautical miles (m). Together with an AX25 decoder and a suitable tracker ( like e.g. TinyTrak ) LCDTRAK can be used to build a complete bidirectional communication system for mobile use. An interesting use also could be in conjunction with motor- ,air- or watersport events.
NEW is an alternative software version for decoding WPL protocols like provided by some KENWOOD radios and also N1VG's "OPEN TRACKER".

Ziel war der Aufbau einer einfachen, ohne PC oder PDA auskommenden Decodereinheit, mit der z.B. im 2m-Amateurfunkband übertragene APRS-Daten decodierbar sein sollten.  Nachdem die Anzeige von Längen- und Breitengraddaten meines Erachtens ohne Kartendarstellung wenig Sinn macht, habe ich mich dabei auf die Anzeige von Distanz und Richtung zwischen dem eigenen und den Standorten der Gegenstationen beschränkt. Auf einem Standard-LCD-Displays werden immer die Daten der vier zuletzt empfangenen Stationen angezeigt ( Abb.1 ).  Interessant ist der Einsatz von LCDTRAK aber nicht nur im "normalen" APRS-Betrieb, sondern auch bei Sondereinsätzen im Bereich von z.B. Motor-, Flug- oder Wassersportveranstaltungen. Mit einem Blick ist dabei die Position verschiedener Gegenstationen im Vergleich zur Eigenposition ermittelbar.
LCDTRAK verarbeitet die von z.B. TNC's  im Monitor-Betrieb zur Verfügung gestellten AX25-Daten. Dabei wird ein Ausgabeformat unterstützt, wie es auch von Geräten, wie z.B. dem KENWOOD TH-D7 und dem TM-D700 verwendet wird. Wer keinen geeigneten TNC besitzt, dem werden weiter unten noch einige einfache Alternativlöungen vorgestellt. Sie können in Verbindung mit fast beliebigen FM-Empfängern bzw. Transceivern genutzt werden und verarbeiten die von diesen bereitgestellten AFSK-Tonsignale. LCDTRAK selbst decodiert sowohl Standard-APRS-, als auch im MIC-E-Format übertragene Protokolle. 
Als Bezugswert zur Berechnung von Distanz und Richtung zu Gegenstationen können entweder im EEPROM-Bereich des eingesetzten ATMEGA-Prozessors ablegbare FIX-Werte, oder  auch die von einem angschlossenen GPS-Empfänger stammenden aktuellen Positionsdaten herangezogen werden. Die Benutzung der FIX-Position hat dabei den Vorteil, daß kein zusätzlicher GPS-Empfänger erforderlich ist. Diese Betriebsart bietet sich somit speziell für den stationären Einsatz an. Zur ( einmaligen ) Eingabe eigener Daten kann ein beliebiges Terminalprogramm benutzt werden. Es ist dazu temporär auf einem anzuschliessenden PC zu betreiben.


Abb.1  Anzeige von Rufzeichen, Distanz und Peilwinkel der vier jeweils zuletzt empfangenen Gegenstationen

Das Darstellungsformat gem. Abb.1 ist weitgehend selbsterklärend.  Die Distanzwerte können entweder in Kilometern ( k ) oder in nautischen Meilen ( m ) angezeigt werden. Das im Beispiel Abb.1 sichtbare Format gilt nur für Distanzen zwischen 1 und 99.99 km. Abweichend davon werden bei Werten unter 1Km zwei Stellen hinter dem Dezimalpunkt und ab 100km nur die Integerwerte der Kilometerdistanz ( also keine Nachkommastellen ) angezeigt.
Die Marke in der oberen rechten Ecke dient als Einleseindikator und wechselt ihre Form nach jeder erfolgreichen Einlesung.


Abb.2  Basisschaltbild von LCDTRAK

Abb.2 zeigt das Schaltbild von LCDTRAK. Wenn man einmal von der Funktion des "U2" absieht, so weist es wenige Besonderheiten auf. Auch werden nur einfach erhältliche Standard-Bauteile verwendet. Im Schaltbild sehen wir die seriellen RS232-Daten-Ein- und Ausgänge. Sie dienen dem Anschluss eines TNC's oder AX25-Decoders. In der Konfigurationphase ist hierüber der schon erwähnte PC anzuschliessen. In allen Fällen wird an dieser Stelle mit einer Datenrate von 9600bps gearbeitet. 
Der Baustein "U1" MAX232 sorgt für die Pegelwandlung zwischen Signalen mit RS232- und solchen mit TTL-Pegel. Die vier NAND-Gates von "U2" sind als elektronischer Umschalter angeordnet und bewirken, dass am seriellen Eingang des ATMEGA32-Prozessors ( PD.0, Pin 14 ) nur entweder die Signale vom TNC bzw. AX25-Decoder oder die von einem angeschlossenen GPS-Empfänger abgegebenen anliegen. Die vom Empfänger kommenden Signale müssen dabei mit der NMEA-Standarddatenrate von 4800bps bereit gestellt werden. Die Umschaltung zwischen beiden Quellen wird über Prozessor-Port BP.2 ( Pin3 ) gesteuert.
Der serielle Datenausgang von "U3" ( PD.1, Pin 15 ) wird derzeit nur zur Konfiguration benötigt.
Die Brücken ( Jumper ) JP1-JP3 sind im Normalbetrieb geschlossen. Nach ihrer Auftrennung besteht die Möglichkeit, auch
mit TTL-Ein-/Ausgangspegel arbeitende Peripherie direkt anschalten zu können. 
Die Prozessor-Ports PB.0 und PB.1 liefern
jeweils einen 500mS-Puls im Anschluss an erfolgreiche Protokolleinlesungen. Damit können sie bei Bedarf zur Steuerung externer Einheiten verwendet werden. Dazu gehören z.B. der Alarmierung dienende Schnarren oder Soundmoduln.
Port A ist komplett als Eingang geschaltet und stellt damit insgesamt 8 Steuereingänge zur Verfügung. Über sie können verschiedenste Funktionseinstellungen vorgenommen werden. Hierzu bietet sich die Verwendung eines fertig erhältlichen 8fach-DIP-Schalters an. Von ihm werden zur Zeit allerdings nur die Schalter S1 - S5 ( entspr. Port-Eingänge  PA0 - PA4 ) benutzt. Die genauen Funktionen der einzelnen Schalter gehen aus Tabelle 1 hervor.


Tabelle 1  Funktion der Schalter S1-S8
  für SW-Version:"LCDTRAK"

NEU IM FEBRUAR 2009: 
"LCDWPL6"
ALTERNATIVE SOFTWARE IN NEUER VERSION

APRS-Daten werden üblicherweise im MIC-E- oder im APRS-Format übertragen. Bei Decodierung mithilfe eines TNC's stehen sie an dessen Ausgang auch wieder im jeweiligen Format zur Verfügung. Soll LCDTRAK  in Verbindung mit einem der bekannten, APRS-tauglichen KENWOOD-Geräte (*) genutzt werden, so ist dieses hierfür in den TNC-Mode zu schalten, was aber bedeutet, dass paralleler APRS-Betrieb mit automatischer Aussendung von Bakensignalen dabei nicht möglich ist. Die neue, alternativ verwendbare Softwareversion "LCDWPL6" bringt hierfür aber die Lösung. Die Display-Darstellung ist vollkommen identisch zur originalen LCDTRAK-Version, aber abweichend davon werden NMEA-Protokolle des Typs "WPL" ( bzw.: "GPWPL" ) ausgewertet. Diese setzen sich aus dem bekannten NMEA-Header, den Werten für Breiten- und Längengrad, sowie Wegpunktnamen und einer Prüfsumme zusammen. 

$GPWPL,4709.401,N,00854.581,E,DL1ABC-9*61
Beispiel für WPL-Protokoll ( Prüfsumme hier nicht kalkuliert )

Bei den Wegpunktnamen handelt es sich in unserem Falle um die Rufzeichen der absendenden Stationen ( ggf. incl. SSID ). Wenig bekannt ist, daß diese Daten auch an der GPS-Buchse der den APRS-Mode unterstützenden KENWOOD-Geräte zur Verfügung stehen. Die mit "GPS" bezeichneten 2.5mm-Stereo-Klinkenbuchsen dienen dabei nicht nur als Eingang für die ggf. von externen GPS-Empfängern kommende Signale, sondern liefern über ihren äußeren Kontakt auch die beschriebenen WPL-Daten ( Datenrate ist 4800bps ).

NEU: In der Version 6 erlaubt die LCDWPL-Software nicht nur die schon oben beschriebene Anzeige von Distanz- und Peilwinkelwerten der zuletzt empfangenen vier APRS-Calls, sondern auch noch einen Einzel-Verfolgungsmodus, wobei nur die von einem einzigen selbst festlegbaren Call stammenden Aussendungen verarbeitet werden.

        
Abb.3                                                                                               Abb.4

Der SELECT-Modus wird mithilfe des Schalters "S2" aktiviert. In der ersten Zeile des zugehörigen Anzeigefensters ( siehe: Abb.3-4 ) wird das Rufzeichen der jeweils zuletzt empfangenen Station dargestellt. Besteht eine Übereinstimmung mit dem in der 2.Zeile gezeigten SELECT-CALL, so werden
die zugehörigen Distanz-, Winkel- und Positionswerte neu in die Zeilen 3 und 4 geschrieben bzw. hier auch nur aktualisiert, Der UPCOUNTER im rechten Teil der 3.Zeile* zählt dabei um eine Stelle weiter. Bei Nicht-Übereinstimmung von INCALL und SELECT werden -falls vorhanden- auch weiterhin die vorherigen Werte dargestellt. Dieser Zustand wird durch ein Sternchen in der 2.Zeile* rechts markiert.

* Die Angaben beziehen sich auf die aktuelle SW-Version und stimmen nicht mehr 100% mit der in Abb.3 und Abb.4 gezeigten überein.

   
Zur Ablage gewünschter Rufzeichen als "SELECT-CALL"
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Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten zur Ablage von SELECT-Calls. So ist zuerst einmal eine Eingabe ( ggf. incl. SSID ) mithilfe des Schalters "S7" ( siehe Tabelle 2 ) in dem speziell dafür vorgesehenen Konfigurationsmodus möglich. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Direkt-Übernahme eines aktuell empfangenen Rufzeichens ( INCALL ) als SELECT-Call. Dazu ist lediglich Port " PD2" kurz gegen Masse zu schalten, wobei die eigentliche Übernahme erst beim nächsten empfangenen Datensatz erfolgt. Bei der neuesten Softwareversion kann sich der Anwender jetzt aussuchen, welches der in beschriebener Weise im EEPROM-Bereich des Prozessors ablegbaren SELECT-Calls anschliessend zur Auswertung kommen soll. Während bei geöffnetem Schalter "S6" ( PD.5 ) mit dem per Tastendruck gespeicherten Call gearbeitet wird, ist der Kontakt zu schliessen, um mit dem per Konfigurations-Menü abgelegten Rufzeichen arbeiten zu können ( siehe auch Tabelle 2 ).

WICHTIG!  Bei der Softwareversion "LCDWPL6" wurden die über Schalter "S1-S8" ( gem. Abb.2 ) wählbaren Funktionen neu verteilt:

Tabelle 2  Funktion der Schalter S1-S8 ab SW-Version: "LCDWPL6"

NEU ist weiterhin die serielle Ausgabe ( mit 4800bps ) von Datenprotokollen mit den aktuellen Distanz- und Winkeldaten empfangener Stationen. Die Protokolle sollen in Verbindung mit einer in Vorbereitung befindlichen Sprachausgabeeinheit genutzt werden. Das dabei verwendete Format ist folgendermassen aufgebaut:

$PGVOI,<call>,<distunit>,<distanz>,<winkelunit>,<winkel>
   "distunit" = Masseinheit für Distanzwerte ( K = KM ; M = [NAUT.] MILES )
"winkelunit" = Masseinheit für Winkelwerte ( Festwert: D = GRAD bzw. DEGREES )
BEISPIEL:   $PGVOI,DJ7OO-9,K,87.6,D,345

Wer für die WPL-Version kein KENWOOD-Gerät verwenden will oder kann, der hat alternativ die Möglichkeit, stattdessen einen "OpenTracker" nach Scott Miller, N1VG einzusetzten. Der Tracker sollte sich in Verbindung mit ( fast ) beliebigen FM-Funkgeräten verwenden lassen. Über ihre Funktion als APRS-Sendetracker hinaus, können diese Bausteine auch APRS-Daten decodieren. Dazu müssen die vom Hörerausgang ( oder besser noch: Diskriminatorausgang ) eines angeschlossenen Empfängers abgenommenen AFSK-Tonsignale dem hierfür vorgesehenen Tracker-Eingang zugeführt werden. Enthalten empfangene Datenfiles auswertbare APRS- oder MIC-E-Daten, so wird der Tracker sie in das WPL-Format convertieren und seriell ausgeben. Die dabei mit einer Rate von 4800bps bereitgestellten Datensignale sind pegelmäßig kompatibel zu RS-232.
Der Quellcode des "OpenTrackers" ist frei verfügbar. Fertig gibt es die Bausteine in verschiedenen Versionen. Ich verwende z.B. den winzigen Baustein "OT1+ SMT" ( siehe Abb.5  ).


Abb.5   APRS-Tracker mit WPL-Decoderfunktion "OT1+ SMT"
( Bild zur Darstellung in Originalgröße anklicken )
http://n1vg.net/opentracker/
http://www.argentdata.com/products/otplus.html
DL-Bezugsquelle für Bausätze und Fertigbausteine:
http://www.jaeger-edv.de/shop/

* Bei älteren Versionen der KENWOOD-Geräte wurde beobachtet, daß die in den übertragenen WPL-Files enthaltenen Absender-Rufzeichen ( incl. ggf. angefügter SSID's ) nur max. 6 stellig rechtsbündig ausgegeben wurden. Das führte dazu, daß viele Rufzeichen nur unvollständig angezeigt wurden. Aus "DF1XYZ-9" wurde somit z.B. "1XYZ-9"!  Die Firma hat dieses Problem aber offensichtlich erkannt und die Firmwareversionen neuerer Geräte entsprechend modifiziert.    

NOCH EIN TIPP:
Viele GPS-Hand- und Einbaugeräte ( z.B. von GARMIN ) besitzen neben ihrem üblicherweise zur cyclischen Ausgabe von NMEA-Daten benutzten Datenausgang ( NMEA-OUT ) zusätzlich auch noch einen NMEA-Dateneingang ( NMEA-IN ). Wenn das der Fall ist, dann lassen sich hierüber auch die WPL-Signale verarbeiten. Damit besteht u.U. eine einfache Möglichkeit zur Visualisierung  der Positionen empfangener Gegenstationen auf der elektronisch erzeugten Karte des Gerätes.
Siehe dazu auch folgende Links:
http://info.aprs.net/index.php?title=HandHeldGPS
http://info.aprs.net/index.php?title=VehicleGPS


AUFBAU und NACHBAU

Der Aufbau des ersten Musters von LCDTRAK erfolgte unter Verwendung eines universellen ATMEGA16/32-Boards, wie es im ELEKTOR, Heft Mai 2006 (  http://www.elektor.de/jahrgang/2006/mai/mini-mega-board.64106.lynkx ) ausführlich beschrieben wurde ( siehe dazu auch Abb.6 und 7 ). Dazu kommt ein standardmäßiges 4x20 -Zeichen-LCD-Display. Das von mir an dieser Stelle benutzte Exemplar stammte von http://www.reichelt.de und wird dort unter der Bezeichnung: "LCD204B LED" angeboten. Das ELEKTOR-Board ist für die  LCDTRACK-Anwendung im Wesentlichen sehr gut verwendbar, stellt aber verständlicherweise nicht die aus Abb.2 ersichtliche Umschalteinrichtung rund um "U2" zur Verfügung. So man sich nicht auf die Verarbeitung von Fixdaten für den Eigen-Standort beschränkt, muss der Umschalter damit vorerst noch irgendwie "hinzugestrickt " werden, was natürlich nicht als endgültige Lösung anzusehen ist. Deshalb stelle ich derzeit verschiedene Überlegungen an, wie diese aussehen könnte. So gibt es z.B. relativ preiswerte ATMEGA128-Boards, die ebenfalls als Prozessorbasis geeignet sein würden und aufgrund der hierbei bereitgestellten ZWEI seriellen Schnittstellen sogar ganz ohne externen elektronischen Umschalter auskommen würden. Letzendlich wird die Sache vermutlich auf ein speziell für diese Anwendung ausgelegtes Layout hinauslaufen.

Das Programm von LCDTRAK wurde in "BASCOM-AVR" geschrieben und erfordert mindestens einen ATMEGA32 ( wovon derzeit ca. 60% der Speicherkapazität benutzt werden ). Für am Nachbau Interessierte gibt es hier den zugehörigen HEX-Code. Bereits programmierte Prozessoren sind bei mir ( auf privater Basis ) erhältlich.

WICHTIGE ANMERKUNG:
Wer seine Chips selbst brennen will, der sollte tunlichst meine Anfängerfehler vermeiden und nicht auch auf falsche Fuse-Einstellungen hereinfallen. Dazu gehört hier die Anwahl des externen Quarzes und eine Deaktivierung von "JTAG".


Abb.6
Obwohl es in der Abbildung nicht so aussieht, ist das LCD-Display mit der ATMEGA-Basisplatine
verbunden. Alle Anschlusspins sind zweimal vorhanden. Die zur Verbindung benutzten befinden sich
oberhalb des Displays und sind deshalb auf diesem Bild nicht sichtbar.


Abb.7
Auf der linken Seite ist neben der Power-Buchse auch der 9 pol. Sub-D-Stecker des RS232-Anschlusses sichtbar

KONFIGURATION

Eine Konfiguration ist nur erforderlich, wenn auch mit Fix-Werten für die Eigen-Position gearbeitet werden soll. Diese Werte werden daraufhin bis zu einem eventuellen Überschreiben dauerhaft im EEPROM-Bereich des Prozessors abgelegt. Die Vorgehensweise zu ihrer Ablage ist sehr einfach:
Über seinen RS232-Anschluss ist der LCDTRAK-Baustein mit einem PC zu verbinden. Dort ist ein Terminalprogramm mit der Datenrate 9600bps ( LCDWPL6: 4800bps ) zu starten. Bei diesem Programm kann es sich z.B. um das zum WINDOWS-Umfang gehörende "HyperTerminal" ( unter ZUBEHÖR" zu finden ) handeln, aber es gibt auch eine Fülle ebenfalls geeigneter und ggf. noch einfacher zu handelnder Terminalprogramme. Wird LCDTRAK daraufhin mit geschlossenem Schalter "S1" ( LCDWPL6: S7-S8 ) gestartet, so sollte am PC-Schirm die Einschaltmeldung für den Konfigurations-Modus  erscheinen. Sie fordert zur Eingabe des gewünschten eigenen Breitengrades auf. Dabei muss das in Form eines Gradwertes mit üblicherweise mehreren Dezimalstellen erfolgen. Liegt der Wert nur im Format: "Grad/Minuten" oder "Grad/Minuten/Sekunden" vor, so ist vor seiner Eingabe eine kleine ( am Ende dieser Seite beschriebene ) Umrechnung erforderlich. Alle Eingaben sind mit dem Zeichen  "#" abzuschliessen. Die im EEPROM abgelegten Werte werden anschliessend noch einmal für Kontrollzwecke augelesen und sowohl am PC-Schirm, als auch am LCD-Display angezeigt.
Nach Eingabe der Breitengraddaten ist das Gleiche für die Längengrade zu wiederholen. Danach ist die Konfiguration beendet. Schalter "S1" ( LCDWPL6: S7-8 ) muss jetzt wieder geöffnet ( nicht vergessen ! ) und der Baustein vom PC getrennt werden.


  MÖGLICHE VARIANTEN UND ALTERNATIVLÖSUNGEN

Es ist beabsichtigt, das LCDTRAK-Board zusammen mit einem einfachen Decoder und Tracker ( siehe unten ) zu einem kompletten mobilen APRS-Sende-/Empfangssysten zusammenzuschalten ( siehe dazu Abb. 6 ).
 

Abb.6

Anstelle komplett ausgerüsteter handelsüblicher TNC's lassen sich auch einfache Minimallösungen verwenden. Dazu zählt z.B. der sehr
einfache Empfangsdecoder "SIMPLER" nach N0QBH ( http://www.kh-gps.de/n0qbh.htm ). Für Sendezwecke kann u.a. der auf der gleichen Seite vorgestellte APRS-Encoder "FREETRAK" Verwendung finden. Alternativ ist aber auch der bekannte "TinyTrak" von http://www.byonics.com  oder einer seiner Nachbauten nutzbar. Bei Beiden erfolgt die Aussendung standardmäßig im MIC-E-Format. Möglich ist aber auch der Einsatz des im Standard-APRS-Format sendenden Trackers von OZ4HZ  bzw. seines Nachbaus. Ausschlaggebend für einen Einsatz in Verbindung mit LCDTRAK ist dabei immer, dass in einem der von diesem Decoder unterstützten Formate gesendet wird. Auf einige ansonsten durchaus interessante Lösungen trifft das leider nicht zu. So liefert z.B. der "TNC-X" von W2FS ( http://www.tnc-x.com ) seine Daten NUR im KISS-Format und bei dem "MINI-TNC" nach WB8WGA ( http://www.kh-gps.de/minitnc.htm ) liegt das Problem darin, daß sendemäßig NUR die Standard-NMEA-Datensätze "RMC", "GGA" und "GLL" unterstützt werden. Im Zusammenspiel mit LCDTRAK liesse sich somit zur Zeit allein der Empfangsteil des "MINI-TNC's" verwenden.

GENERELLES ZUR APRS-DATENÜBERTRAGUNG

APRS-Daten werden auf dem Funkweg mit AFSK-Modulation und einer Datenrate von 1200bps übertragen. Die verwendete Modulationsart hat den Vorteil, daß dabei nur zwei im Frequenzbereich der menschlichen Stimme liegende Töne ( 1200 Hz und 2200 Hz ) zur Anwendung kommen und zur Datenübertragung damit nahezu alle handelsüblichen Funkgeräte ohne  Modifikation verwendet werden können. Zur Adaption werden lediglich die externen Anschlüsse für Hörer bzw. Lautsprecher und Mikrofon einschl. Sendertastung ( PTT ) benötigt. TNC's ( Terminal Node Controller ) stellen das Bindeglied zwischen Funkgerät und üblicherweise PC dar. Sie arbeiten somit bidirektional und benutzen dabei die sog. AX25-Codierung. Inzwischen gibt auch bereits Softwarelösungen, mit deren Hilfe externe TNC's mit allen ihren Funktionen ersetzt werden können ( z.B. AGWPE ).
Eine geeignete PC-Software wertet nun die vom TNC oder der entsprechenden Software zur Verfügung gestellten Datensignale aus und sorgt dafür, daß darin enthaltene Positionsdaten auf z.B. el. Karten dargestellt werden können. Darüberhinaus dienen diese Programme aber auch der Generierung auszusendender Bakensignale. Obwohl es auch Alternativen gibt, hat sich hierbei das Programm "UI-VIEW" weitgehend durchgesetzt.
In Verbindung mit LCDTRAK kommt nur die Verwendung eines Hardware-TNC's oder eines separaten AX25-Decodern infrage.


UMRECHNUNG VON POSITIONSDATEN

Die Umrechnung  von Daten mit dem Ausgangsformat: "GGMMSS" ( Grad/Minuten/Sekunden ) nach "GG.GGGGG"  erfolgt nach der Formel:
Ergebnis in Grad = GG + ( MM/60 ) + ( SS/3600 )  
Beispiel 1: Eingangsdaten   49 Grad, 57 Minuten,  36 Sekunden
                                              49 + ( 57/60 ) + (36/3600)
                                              49 + 0.95  +  0.01
                                              -------------------------
                  Ausgangsdaten   49.96

Oftmals ( z.B. aus NMEA-Protokollen ) liegen die Ausgangsdaten dagegen auch in Format: "Grad/Minuten" vor. Dabei werden die Minutenwerte üblicherweise mit mehreren , in eine Umrechnung natürlich mit einzubeziehenden Dezimalstellen angegeben. In diesen Fällen ergibt sich folgende Umrechnungsformel:

Ergebnis in Grad = GG + ( MM.mmm/60 )   
Beispiel 2: Eingangsdaten   49 Grad, 57.6 Minuten
                                              49 + ( 57.6/60 )
                                              49 + 0.96
                                              -------------------------
                  Ausgangsdaten   49.96


Das Projekt betreffende Kommentare, Anregungen, oder ( konstruktive ) Kritiken werden immer gern entgegengenommen. Nachdem das gesamte Projekt noch in der Entwicklungsphase  ist, würde mir das sicherlich weiterhelfen.
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