Auf der Suche nach
einfachen Konzepten zum Aufbau von APRS-Encodern und -Decodern bin ich
auf der Seite von Mike Berg, N0QBH gelandet (
http://www.ringolake.com/pic_proj/pic_index.html
). Mike bietet einfache Einprozessor-PIC-Lösungen und stellt
dazu auch die benötigten Codes zur Verfügung. Von den
verschiedenen auf seiner Seite vorgestellten Versionen habe ich je
einen Encoder und Decoder ausgewählt und praktisch getestet. Dabei
ging es mir besonders auch um die möglichst einfache
Verfügbarkeit der benötigten Bauteile.
APRS-ENCODER "FREETRAK"
Abb.1 Schaltbild APRS-Encoder
Abb.1 zeigt das Schaltbild des
FREETRAK-APRS-ENCODERS. Er verarbeitet die von einem GPS-Empfänger
stammenden NMEA-Daten. Diese müssen dem seriellen Eingang mit
einer Datenrate von
4800bps und RS232-Pegel bereitgestellt werden. Zur Verarbeitung kommen
Protokolle des Typs "RMC".
An seinem AFSK-Tonausgang stellt der Encoder
1200bps-APRS-Daten bereit. Dabei kann je nach Konfiguration entweder im
RMC- oder im komprimierten MIC-E-Format gesendet
werden. Die Sendertastung kann entweder über den
separaten PTT-Ausgang oder den kombinierten AFSK/PTT-Ausgang erfolgen.
In diesem Fall ist der Widerstand "Rx" zu bestücken.
Wird der AFSK-IN-Eingang mit dem Hörerausgang eines
angeschlossenen Empfängers verbunden, so dient das der
Unterdrückung von Aussendungen bei belegtem Kanal.
Während der Sendezustand mithilfe der LED2 signalisiert wird,
leuchtet LED1 nach jedem Einlesen der vom GPS-Empfänger kommenden
Daten. Das gilt allerdings nur, wenn diese als gültig ( valid )
erkannt wurden, was ebenfalls eine Voraussetzung für die
Durchführung von Aussendungen ist.
Zur Konfiguration ist die Schaltanordnung mit dem COM-Port eines PC's
zu verbinden. Dabei sind die seriellen Ein- und Ausgänge zu
benutzen. Obwohl nicht 100% RS232 kompatibel, sollte eine Kommunikation
mit dem PC dennoch problemlos möglich sein. Dazu ist hier ein auf
4800bps eingestelltes Terminalprogramm ( z.B. das Windows-Programm:
HyperTerminal ) zu starten. Wird der Encoder anschliessend bei
geschlossener Brücke: "OPTION" gestartet, dann sollte er sich mit
einer Begrüßungsmessage melden. Anschliessend
können die gewünschten Betriebsparameter wie Adress-Call (
z.B.: APRS ), Absender-Call, APRS-Pfad, Holdoff ( Verzögerung
zwischen zwei Aussendungen ); Ausgabemodus ( N=RMC oder Y=MIC-E ) und
das APRS-Symbol eingegeben werden. Nach Abschluss der Konfiguration
erfolgt eine Ablage aller eingegebenen Parameter im prozessorinternen
EEPROM. Dort bleiben sie auch nach dem Ausschalten des Encoders bis zu
einem evtl. späteren Überschreiben erhalten.
NACHBAU DES ENCODERS
Den Programmcode,
sowie weitere Angaben zum Encoder und zu seiner Konfiguration findet
man auch auf den Seiten von Mike Berg:
http://www.ringolake.com/pic_proj/gps_trak/freetrak202.html
Zum Nachbau werden nur sehr wenige spezielle Bauteile benötigt.
Nachdem der in der amerikanischen Originalversion verwendete OP-Amp "OP
196 " nicht leicht erhältlich war, wurde er durch den weitgehend
identischen Typ "OPA 347 PA" ersetzt. Operationsverstärker dieses
Typs und auch PIC16F628-Prozessoren sind z.B. bei
http:/ www.reichelt.de
erhältlich. Zur Takterzeugung kann entweder der im Schaltbild
eingezeichnete 10MHz-Resonator ( X1 ) oder auch ein entsprechender
Quarz eingesetzt werden. In letzterem Fall ist jeweils noch ein
22pF-Kondensator von den beiden Quarzanschlüssen gegen Masse
anzuordnen. Das Platinenlayout gem. Abb.3 ist für beide Varianten
vorbereitet.
Abb.2 Musteraufbau "FREETRAK"
Abb.3 Platinenlayout Encoder
APRS-DECODER "SIMPLER"
Der zum Encoder
passende Decoder "SIMPLER" zeichnet sich durch seine extreme
Einfachheit aus und weist keine Besonderheiten auf. Vom
Hörerausgang eines angeschlossenen Empfängers kommende
1200bps-Signale müssen dem Eingang "AFSK-IN" zugeführt
werden. Hierbei ist ggf. mit dem optimalen NF-Pegel zu experimentieren.
Die LED's 1 und 2 erlauben dabei bereits eine begrenzte Aussage
über die Pegelverhältnisse angelegter Daten. Am Ausgang
liefert der Decoder jegliche decodierte UI-Files, zu denen dann auch
die für eine APRS-Auswertung benötigten Protokolle
gehören können. Die Ausgabe-Datenrate liegt bei
9600bps.
Abb.4 AX25-Decoder für UI-Files
NACHBAU
DES DECODERS
Den Programmcode,
sowie weitere Angaben zum Decoder findet man auch auf den Seiten von
Mike Berg:
http://www.ringolake.com/pic_proj/zcd/zcdmodem.html
( Projekt: "Simpler Decoder" )
Zum Nachbau werden
keine speziellen Bauteile benötigt. PIC16F627 oder
PIC16F628-Prozessoren sind z.B. bei
http:/ www.reichelt.de
erhältlich. Zur Takterzeugung kann entweder der im Schaltbild
eingezeichnete 4MHz-Resonator ( X1 ) oder auch ein entsprechender
Quarz eingesetzt werden. In letzterem Fall ist jeweils noch ein
22pF-Kondensator von den beiden Quarzanschlüssen gegen Masse
anzuordnen. Das Platinenlayout gem. Abb.6 ist für beide Varianten
vorbereitet.
Abb.5 Musteraufbau des
AX25-Decoders
Anm.: Wer den Musteraufbau sehr detailliert mit dem Layout vergleicht,
wird kleine Unstimmigkeiten im Bereich der LED's entdecken.
Sie haben sich dadurch ergeben, daß der Musteraufbau auf einer
Platine erfolgte, deren Layout erst später noch einmal
geringfügig korrigiert wurde.
Abb.6 Platinenlayout Decoder
BAUTEILE
Mithilfe
des "downloadbaren" Codes
und der auf dieser und MikeBergs
Seite verfügbaren Angaben
sollte ein Nachbau beider Projekte problemlos
möglich sein. Interessenten an bereits programmierten Prozessoren
und ggf. auch sonstigen Spezialbauteilen ( incl. Platinen ) sollten mir
eine Mail schicken.