Ein einfaches System zur Standortverfolgung von Objekten via Nahbereichsfunk
mit Datenauswertung am PC oder PDA
NEU:  Noch eine Platine für das Transceiver-Modul 
Version vom 9. Februar 2007
Für Systeme zur Funkübertragung von GPS-Navigationsdaten gibt es viele interessante Anwendungen. Im vorliegenden Fall sollten ein RC-Modell oder Roboter mit einem GPS-Empfänger ausgestattet und die auf diese Weise gewonnenen aktuellen Standortdaten mit möglichst einfachen Mitteln  an eine auswertende Stelle übertragen werden. Dort sollten sie mithilfe eines handelsüblichen Kartenprogrammes als Standortmarken am PDA ( oder PC ) darstellbar sein. Ein derartiges System muss sich somit aus einem geeigneten GPS-Empfänger und einem Datensender auf der Erfassungsseite, sowie einem Datenempfänger und einem Computer auf der auswertenden Seite zusammensetzen.

Die Funkübertragung

Das verwendete Datenfunksystem bestimmt im Wesentlichen die möglichen Funkreichweiten und ist darüberhinaus auch für die Sicherheit bei der Datenübertragung verantwortlich. Damit ist es von zentraler Funktion in unserem System. Durch Restriktionen von der Zulassungsseite darf der benutzte Sender im Rahmen der allgemeinen Betriebserlaubnis hierbei allerdings nur mit relativ geringer Strahlungsleistung ( 10mW-ERP ) arbeiten. Dadurch sind dann leider auch nur Datenübertragungen im Distanzbereich von bis zu einigen Hundert Metern möglich.
Wer sich näher mit der Funk-Datenübertragung beschäftigt, wird sehr schnell feststellen, daß es nicht damit getan ist, irgendeinem Sendemodul serielle Daten zuzuführen, wenn diese dem empfangenden Modul auch wieder in gleichen Format entnehmbar sein sollen. Ohne spezielle Codierung in einem für die Funkübertragung geeigneten Format wird die Übertragung nicht zufriedenstellend arbeiten. Glücklicherweise gibt es aber Bausteine auf dem Markt, bei deren Einsatz man sich um diese Problematik wenig Sorgen machen muss und die es ermöglichen, daß man die Funkstrecke wie eine normale asynchrone Datenverbindung ansehen kann. Sehr gute Ergebnisse zeigten in dieser Hinsicht die vom Ingenieurbüro Peter Huber ( http://www.funkmodul.de ) entwickelten Bausteine RT433F4 ( 433MHz-Bereich ) bzw. RT868F4 ( 868MHz-Bereich ). Dabei handelt es sich um komplette Transceiver ( Sender und Empfänger ) mit der Möglichkeit zur bidirektionalen Datenübertragung, wovon in unserem Fall allerdings nur eine Übertragungsrichtung genutzt wird. Für andere Anwendungen kann der bidirektionale Betrieb allerdings durchaus von Interesse sein.
Privatkunden können die Bausteine über: http://www.robotikhardware.de  beziehen. Auf weitere Details  zu ihnen möchte ich an dieser Stelle verzichten, da die zugehörigen Datenblätter über beide genannen URL's heruntergeladen werden können.
Ob man für die eigene Funkanwendung nun den 433Mhz oder 868Mhz-Bereich bevorzugt, hängt letztendlich davon ab, wohin man die eigenen Prioritäten legt. Grundsätzlich kann man vereinfachend sagen, daß die zu erwartende Gefahr einer Übertragungsbeinflussung durch Fremdstörer ( natürlich auch abhängig von den regionalen Gegebenheiten ) im häufiger benutzten 433Mhz-Bereich etwas wahrscheinlicher ist, während sich Übertragungsbeinflussungen durch Hindernisse wie Gebäude, Bergrücken oder Bewaldungen im 868MHz-Bereich stärker auswirken und damit in der Praxis zu etwas geringeren Funkreichweiten führen dürften. Allgemein gilt weiterhin, daß sich die besten Ergebnisse mit angepassten, auf beiden Seiten übereinstimmend ( vertikal ) polarisierten und möglichst frei strahlenden Antennen erzielen lassen.


Abb1: RN-Funk-Board mit eingesetztem Sende-/Empfangsmodul RT433F4

Wer es sich beim Einsatz der Bausteine RT433F4 bzw. RT868F4 besonders einfach machen möchte, dem seien die dazu ebenfalls bei http://www.robotikhardware.de angebotenen Platinen bzw. Bausätze "RN-Funk 1.0" empfohlen ( siehe Abb.1 ). Sie bieten Fassungen zum Einstecken der Funkbausteine und ermöglichen den Anschluß einer externen Energiequelle im Spannungsbereich von 5 bis 20V. Neben einem zur Versorgung der aktiven Bauelemente verwendeten 3.3V-Spannungsregler kann zusätzlich auch noch ein 5V-Regler bestückt werden. Hierüber kann dann im Bedarfsfall z.B. eine angeschlossene GPS-Maus versorgt werden. Darüberhinaus sind die Platinen noch mit einem Pegelwandlerbaustein MAX3232 ausgestattet. Mit seiner Hilfe ist die Anpassung der am Funkmodul mit 3V-TTL-Pegel zur Verfügung stehenden seriellen Daten-Ein- und Ausgänge an RS232-Pegelwerte möglich. Nicht unerwähnt bleiben soll auch die auf dem Board befindliche BNC-Buchse zum Anschluß einer Antenne.
Auf der obengenannten Seite sind noch weitere Informationen zu diesen Baustein verfügbar.

NEU: Noch eine Platine für das Transceivermodul

Zur Vereinfachung habe ich auch noch eine eigene Platine entworfen ( Abb.2 ). Dabei wurde alles weggelassen, was mir nicht notwendig erschien. Nachdem das Gesamtkonzept aber im Wesentlichen durch den Transceiverbaustein bestimmt wird, musste das Ergebnis zwangsläufig ähnlich zum RN-Funk-Board ausfallen.


Abb.2

Abb.3a  zeigt das Schaltbild der vereinfachten Anordnung. Hauptsächlich geht es dabei um eine Anpassung der seriellen Datenein- und Ausgänge des Transceivers RT433F4 ( oder RT868F4 ) an externe, mit RS232-Pegel arbeitende Signale. Zusätzlich sollte aber die Möglichkeit bestehen, ggf. auch 3.3V oder 5V-TTL-Pegelwerte verarbeiten zu können. Wichtig ist dabei vorallem, daß an den seriellen Eingang des RT433-Bausteins ( Pin 14 ) keine Signale gelangen, deren Pegelwerte seine 3.3V-Versorgungsspannung überschreiten. Im vorliegenden Fall wird das durch den in Serie angeordneten 330 Ohm-Widerstand und die gegen Masse geschaltete 2.7V-Zenerdiode ZD1 erreicht. Die im Schaltbild auch in der Ausgangsleitung eingezeichnete Diode ZD2 kann dagegen ersatzlos entfallen.
Auf der Platine sind von Haus aus die für den RS232-Betrieb erforderlichen Brücken A-B und C-D vorgesehen. Soll der RT433 stattdessen an externe Signale mit TTL-Pegel angepasst werden, so sind die beiden Brücken auf der Platinenunterseite aufzutrennen ( oder auch nur U1 aus seiner Fassung zu entfernen ) und der Anschluss B als Ausgang und D als Eingang zu benutzen.
Die Versorgung der Platine erfolgt standardmäßig mit 5Volt über den Eingang U1. Mithilfe der auf der Platine bereits vorgesehenen Brücke F-E gelangt diese Spannung auch den Pegelwandlerbaustein U1 ( MAX232 ). Der Spannungsregler LM2950 CT3.3 liefert die für den Transceiverbaustein benötigten 3.3V. An U2 können bei Bedarf auch mit der gleichen Spannung betreibbare zusätzliche Verbraucher angeschlossen werden. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß der Reglerbaustein nur maximal 150mA liefern kann. Grob gerechnet  bleibt für U2 nur eine max. Belastbarkeit von etwa 100mA übrig.
Wird anstelle des MAX232 der auch schon ab  3V-Versorgungsspannung betreibbare, aber ansonsten pinkompatible ( nur wesentlich teurere ) Typ MAX3232 eingesetzt ( Abb.3b ), so ist die Brücke E-F auf der Platinenunterseite aufzutrennen und stattdessen eine Drahtverbindung zwischen E-G herzustellen. Am Eingang U1 sind daraufhin Versorgungsspannungen im Bereich von etwa 5 bis 15V zulässig. 


Abb.3a  Version mit 5V-Pegelwandlerchip "MAX232"


Abb.3b  Version mit 3V-Pegelwandlerchip "MAX3232"

Die gewünschte Übertragungsdatenrate kann über die Pins 11 und 15 des Transceiverbausteins festgelegt werden. Dazu sind die Brücken gemäß Tabelle 1 zu beschalten. Auf der Platine sind bereits Leitungsverbindungen für den Betrieb mit 9600bps vorhanden. Soll mit anderen Baudraten gearbeitet werden, so sind die vorhandenen Brücken aufzutrennen und gemäß der Angaben in Tabelle 1 durch Drahtverbindungen zu ersetzen.
Über Pin 16 kann das Ein- und Ausschalten ( Power Up/Down ) des  RT433 gesteuert werden. Im vorliegenden Fall liegt dieser Eingang defaultmäßig an Masse, was bewirkt, daß der Chip  bei anliegender Versorgungsspannung ständig eingeschaltet bleibt. Für besondere Anwendungen lässt sich diese Verbindung aber auch leicht auf der Folienseite der Platine auftrennen. Danach kann die Steuerung des Chips auch durch ein externes Signal erfolgen.

Baudrate
Brücke Brücke
38400 bps
L-N
H-I
19200 bps
L-M
H-K
9600 bps *
L-M
H-I
* default


Tabelle 1


Abb.4  Platinenlayout ( für Grossdarstellung anklicken )


NEU: "NAHFUNK2" Erweiterte GPS-Sende- und Empfangsmoduln

Die neue Seite  http://www.kh-gps.de/nahfunk2.htm enthält Angaben über eine erweiterte NAHFUNK-Version. Dabei kommen auf der Sende- und Empfangsseite unterschiedlche Bausteine zum Einsatz. Auf der Geberseite kann jetzt ein mit der Standarddatenrate von 4800bps arbeitetender GPS-Empfänger angeschlossen werden. Darüberhinaus ist eine Selektion der zur Übertragung kommenden NMEA-Protokolltypen und der Sendeintervalle möglich.
Sollen die auf der auswertenden Seite empfangenen Daten mithilfe eines PDA-Programmes ausgewertet werden, so ergibt sich das Problem, daß es inzwischen kaum noch mit einer seriellen Datenschnittstelle ausgestattete Pocket-PC's gibt. Somit bleiben alternativ nur noch Verbindungsmöglichkeiten via IrDa oder Bluetooth. Letzteres ist durch Verwendung fertig erhältlicher Moduln realtiv einfach realisierbar. Näheres zu diesem und einem alternativ einsetzbaren BT-Modul findet man auch auf meiner Seite: http://www.kh-gps.de/bt1.htm 


Geeignete GPS-Empfänger

Um mit unseren Funkbausteinen auch GPS-Daten übertragen zu können, müssen diese in einer der drei unterstützen Baudraten 9600 Baud, 19200 Baud oder 38400 Baud vorliegen. Wir wollen mit 9600 Baud ( oft auch kurz nur als "9K6" bezeichnet ) arbeiten, weil nach Angaben des Herstellers unserer Funkmoduln dabei die größte Übertragungssicherheit erreicht wird. Weil GPS-Empfänger ihre seriellen Ausgangsdaten aber standardmäßig mit  4800 Baud zur Verfügung stellen, lassen sich an dieser Stelle nur solche Geräte verwenden, deren Ausgangsdatenrate auf 9K6 umstellbar ist. Leider trifft das nicht auf alle Typen zu und es gibt darüberhinaus auch Modelle, für die ganz einfach die zur Umstellung benötigten Informationen oder Programme fehlen.

Üblicherweise liefern GPS-Empfänger ihre Navigationsdaten etwa im Sekundentakt in Form sogenannter NMEA-Protokolle. Dabei handelt es sich um einfache Textfiles, deren Inhalte ( z.B. Längen- und Breitengradangaben ) nach ein wenig Übung direkt interpretierbar sind. Die wichtigsten Navigationsdaten sind z.B. in den Protokolltypen RMC und GGA enthalten. Da auch die später noch zu besprechenden Auswertprogramme auf die Verarbeitung dieser Protokolle eingerichtet sind, lassen sich in unserem System grundsätzlich die Daten aller GPS-Empfänger nutzen, so sie ( siehe oben ) ihre Daten auch mit einer Baudrate von 9K6 liefern können. Das können dann sowohl Handgeräte, als auch separate Bausteine oder GPS-Mäuse sein.  Aufgrund der sich nicht zuletzt auch durch die integrierte Antenne ergebenden einfachen Handhabung, bevorzuge ich an dieser Stelle den Einsatz von GPS-Mäusen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß Modelle mit USB- oder Bluetooth-Schnittstelle an dieser Stelle  nicht verwendet werden könnnen. Sinnvoll ist die Auswahl eines Empfängers mit Chipsatz modernster Technologie ( 16 bis 20-Kanal-Version ). Mit diesen Geräten erzielt man im Vergleich zu älteren Typen nicht nur wesentlich bessere Empfangsergebnisse, sondern zusätzlich kann man auch noch von dem im Vergleich zu den Vorgängern erheblich geringeren Energiebedarf profitieren (
z.B.: ca. 35mA bei einer Versorgungsspannung von 3.6 bis 5.5V ).

Empfehlenswert ist z.B. die GPS-Maus "X3" des taiwanesischen Herstellers XAIOX ( Abb.5a ). Sie ist in Deutschland z.B. bei  http://www.dealcatshop.de  oder oft auch über Ebay erhältlich. 
Der in den meisten Fällen noch zusätzlich erforderliche serielle PC-Adapter ist bei genannter Firma unter der Bezeichnung "Anschlußkabel PS/2 auf RS-232" ( Art.-Nr. 776181 ) ebenfalls erhältlich. Er gestattet den ggf. zur Umstellung der Datenrate einmal notwendig werdenden Anschluß der Maus mit einem PC und vereinfacht darüberhinaus auch ( wie unten noch zu beschreiben sein wird ) ihre Adaption an das Funkboard.  Näheres zu dieser Maus findet man auch hier.


Abb.5a: GPS-Maus XAIOX X3

Ebenfalls sehr gut geeignet ist die GPS-Maus des Typs "LC-N-102" von  http://www.landolt.de . Auch hierbei handelt es sich um eine 16 Kanal-Version  mit geringer Leistungsaufnahme. Sie kann mit dem benötigten PC-Adapterkabel und bereits umgestellt auf 9600 Baud geliefert werden.

Serielle GPS-Mäuse sind üblicherweise mit einem 6pol. Mini-DIN-Anschluß ausgestattet. Zum Anschluß an einen PDA sind zusätzlich typenspezifische Adapterkabel verfügbar. Eine weitere Adaptervariante dient dem Anschluß der Maus an einen PC. Hierbei erfolgt die Adaption über ihren Mini-DIN-Anschluß auf eine der Datenübertragung dienende 9pol. Sub-D-Buchse, sowie eines Mini-DIN-Steckers. Dieser
ist mit der PS/2-Buchse des PC's zu verbinden und ist dabei für die 5V-Versorgung der Maus zuständig. 

   
Abb.5b und Abb.5c zeigen das "Innenleben" der Maus  XAIOX-X3

Wer sich nicht scheut, der kann den Mini-Din-Stecker auch abschneiden und die benötigten Anschlussadern direkt verschalten. Ohne dass ich Garantie für eine bei allen Exemplaren identische Farbgebung übernehmen kann, hier die an meinem Exemplar gefundene Belegung:

Orange
ser. Ausg. RS232
Schwarz
+3.6 bis +5.5V
Rot
ser. Ausg. TTL
Weiss
Masse
Grün
ser. Eing. TTL
Orange/Braun
ser. Eing. RS232
  Die Belegung  entspr. der in Abb.5c gezeigten ( von links nach rechts gesehen )


Die Umstellung der Datenrate *

Zur Umstellung von der Default-Datenrate 4800 Baud auf die für das Zusammenspiel mit den Funkmoduln erforderlichen 9600 Baud, ist die verwendete GPS-Maus ggf. einmalig an einen PC anzuschließen. Unter Nutzung z.B. des zum Windows-Umfang gehörenden Programmes "HyperTerminal" ( ist unter "Zubehör" zu finden ) kann man sich auf einfache Weise die von der Maus gelieferten NMEA-Protokolle am PC-Schirm anschauen. Bei versuchsweiser Auswertung mit den möglichen unterschiedlichen Datengeschwindigkeiten wird man auch sehr schnell feststellen, bei welcher Datenrate ( 4K8 oder 9K6 Baud ) die als Textfiles ausgesandten NMEA-Protokolle fehlerfrei mitgeschrieben werden können.
Sollte die XAIOX-Maus ihre Daten noch mit 4800 Baud ausgeben, ist folgendes Protokoll über die PC-Tastatur einzugeben und mithilfe der Enter-Taste in Richtung Maus zu senden:

                       $PNMRX100,0,9600,0 <Enter>

Danach sollten die Daten mit der neu gewählten Baudrate von 9K6 zur Verfügung stehen. Zur Überprüfung auf einwandfreie Speicherung der  Änderungswerte ist es sinnvoll, die Versorgungsspannung der Maus danach einige Male bewusst zu unterbechen.
Wird ggf. einmal eine Rückstellung auf 4800 Baud erforderlich, so ist der Wert 9600 in obigem Protokoll sinngemäß durch 4800 zu ersetzen.

* Die Angaben gelten nur für die XAIOX-Maus bzw. GPS-Empfänger, die den gleichen ( Nemerix- ) Chipsatz verwenden.

Die Zusammenschaltung von GPS-Empfänger und Funkmodul

Der Anschluß der GPS-Maus an den Baustein "RN-Funk" ist nicht ganz ohne Tücken. Sie entstehen dadurch, daß die Mini-DIN-Verbinder aufgrund ihrer geringen Abmessungen keine Direktkennzeichnung der einzelnen Pins zulassen und es bedingt hierdurch leicht zu Fehlbeschaltungen kommen kann. Wichtig ist also zu wissen, daß es sich bei der in Abb.6 dargestellten Belegung um die Sicht von außen auf die 6pol. Mini-DIN-Buchse des Anschlußkabels der XAIOX-Maus handelt. Andere Gerätetypen können an dieser Stelle allerdings eine durchaus abweichende Belegung haben. Die drei eingezeichneten Leitungen kennzeichnen die Verbindungen, die zwischen der Maus und dem auf der Datenerfassungsseite benutzten Funkbaustein herzustellen sind.


Abb.6

Wir sehen dabei den Masseanschluß, sowie die Verbindung vom RS232-Datenausgang des GPS-Empfänger an den passenden Eingang auf der RN-Funk-Platine. Wird auf dem Board zusätzlich noch der schon vorgesehene 5V-Regler bestückt, so lässt sich über seinen Ausgang ( der allerdings nicht besonders herausgeführt oder gekennzeichnet ist ) auch die Versorgung der Maus durchführen.

Grundsätzlich könnten die Datenverbindungen zwischen Maus und Board auch auf der TTL-Ebene realisiert werden. Aus Gründen des Schutzes der einzelnen Ports sollte dann aber auf jeden Fall auch eine Anpassung zwischen 3V-TTL und 5V-TTL-Pegelwerten vorgesehen werden. Dafür könnte jetzt der MAX3232-Baustein entfallen und damit der Energiebedarf der Gesamtanordnung etwas reduziert werden. Diese Lösung sollte allerdings  Experten vorbehalten bleiben.

Alternativ zu der a
m Beispiel der XAIOX-Maus beschriebenen Adaptierung über die direkt am Anschlußkabel der Maus angebrachte Mini-DIN-Buchse, dürfte es in den meisten Fällen einfacher sein, stattdessen den zum Anschluß an einen PC vorgesehenen Adapter mit einzubeziehen ( siehe Abb.7 ). Das hat auf jeden Fall den Vorteil, daß wir damit zu einer Lösung kommen, die unabhängig vom Typ der verwendeten GPS-Maus ist. Hierbei sind Verbindungen  zwischen dem Pin 5 ( Masse ) seines Sub-D-Anschlusses und einem geeigneten Massepunkt auf der Platine, sowie zwischen Pin Sub-D Pin 2 und dem RS232-Eingang der Funkplatine herzustellen. Darüberhinaus ist die am Ausgang des 5V-Reglers verfügbare Spannung an eine zum PS/2-Stecker des Adapterkabels passende Buchse zu führen. Hierbei ist sorgfältigst auf die richtige Belegung zu achten. Unbeabsichtigte Verpolungen oder Falschbelegungen können zur Zerstörung der Maus führen.


  Abb.7  ( Ohne Gewähr )

Die Zusammenschaltung von Funkmodul und PDA bzw. PC

Selbstverständlich müssen beide benutzten Funkmoduln auf die gleiche Datenrate 9600 Baud eingestellt sein. Im Falle der Nutzung des Bausteins "RN-Funk" wird das erreicht, indem die beiden für die Festlegung der Datenrate zuständigen Pfostenanschlüsse unbeschaltet bleiben.

Nachdem der GPS-Empfänger und der zum Senden benutzte Baustein in Betrieb genommen wurden, sollten die ausgesandten Daten mithilfe eines zweiten Funk-Boards empfangbar sein und an dessen seriellen Ausgängen zur Verfügung stehen.  Für die Weiterleitung der Signale an einen PC oder PDA bestehen jetzt mehrere Möglichkeiten:

1. COM-Port-Verbindung über den RS-232-Ausgang

Hierzu ist nur eine Zweidrahtverbindung in Richtung des verwendeten PC's oder PDA's erforderlich. Hardwaremäßig sind COMPort's von PC's   üblicherweise über 9pol.Sub-D-Stecker zu erreichen. Ankommende Daten sind dabei dem Pin 2 zuzuführen, während Pin 5 für die Masseverbindung benutzt wird. Soll ein handelsübliches 2x 9pol.-Sub-D-Datenkabel als Querverbindung zwischen Funkboard und PC benutzt werden, so ist die Belegung des Sub-D-Anschlusses auf der Boardseite abhängig von der Version des benutzten Kabels ( siehe dazu Abb. 8 ). Da die RS-232 -Ein- und Ausgänge weitgehend gegen Fehlbeschaltung, Schluß usw. abgesichert sind, kann man die richtige Belegung zur Not auch ganz einfach durch Probieren ermitteln.

Abb.8

Bei modernen PDA's erfolgt die Datensynchronisierung inzwischen vorzugsweise über USB-Schnittstellen. Das hat leider dazu geführt, daß immer mehr Hersteller auf den seriellen Port verzichten. Glücklicherweise gibt es aber immer noch PDA-Typen, auf die das nicht zutrifft. Nachdem dieses Feature aber selbst in den Gerätelisten angesehener Mobilfunk- und PDA-Fachzeitschriften keine Beachtung findet, gilt es auf die Suche nach geeigneten PDA-Modellen zu gehen. Als sicheres Indiz für die Verfügbarkeit einer seriellen Datenschnittstelle kann gelten, wenn für ein bestimmtes Modell auch passende RS232-Datenkabel angeboten werden. Da diese Kabel aber in erster Linie dem Anschluß des PDA an einen PC dienen sollen, ist hierbei passend für diese Anwendung die Signalrichtung der Datensignale vertauscht. Daher müssen die in Richtung Porteingang des PDA zu leitenden seriellen Signale über Pin 3 der 9pol. Sub-D-Buchse zugeführt werden. Der Massepunkt ist wieder Pin 5.
Wenn die Belegung der Anschlußleiste des PDA bekannt ist und ein geeigneter Stecker zur Verfügung steht, dann kann man die benötigte Datenverbindung natürlich viel eleganter auch direkt herstellen.

2. Alternative Lösungen für Datenverbindungen zwischen Peripherie und PC bzw. PDA

Nachdem mit serieller Schnittstelle ausgestattete Laptops fast vollständig von Markt verschwunden sind und das Gleiche bei PDA's auch in  absehbarer Zeit zu erwarten ist, muß auch nach anderen Möglichkeiten zurAbb. Anschaltung externer Datensignale gesucht werden.  In diesem Zusammenhang bieten sich vorzugsweise USB- und Bluetoothlösungen an. Während man bei Nutzung von PC's bzw. Laptops durch Einsatz eines handelsüblichen "USB-RS-232-Adaperkabels" ( Abb.9 ) oder eines entsprechenden Boards schnell zum gewünschten Ziel kommen kann, scheidet diese Lösung für fast alle PDA's aus.


Abb.9  RS-232-USB-Adapter

 Der Grund dafür ist, daß die meisten Pocket-PC's nicht in der hierzu benötigten Betriebsart als USB-Master arbeiten können, sondern lediglich zum Zwecke der Synchronisation als Slave einsetzbar sind. Bleibt die Möglichkeit der Verbindung zwischen einem peripheren Gerät und dem PDA ( oder auch PC ) mithilfe des Bluetooth-Kurzstreckenfunks. Auf dem Markt gibt es eine Reihe von Lieferanten, die
 zur Adaption serieller Datensignale geeignete Geräte bzw. Bausteine anbieten ( Abb.10 ). Je nach gewählter Betriebsklasse lassen sich mit ihrer Hilfe um 10m ( Class 2 ) oder um 100 Meter ( Class 1 ) drahtlos überbrücken. Während viele PDA's bereits von Haus aus mit einer Bluetoothschnittstelle ausgestattet sind und dadurch die auf diese Weise übertragenen Daten direkt verarbeiten können, lässt sich dieser Übertragungsweg bei nicht entsprechend ausgestatteten PC's sehr leicht durch einen an eine freie USB-Buchse angeschlossenen handelsüblichen Bluetooth-Adapter nachrüsten ( Abb.10 ).


Abb.10 RS-232-Bluetooth-Adapter und Bluetooth-USB-Adapter


Geeignete Auswertsoftware für PC's und PDA's

Wie schon oben angedeutet, sollten die vom GPS-Empfänger stammenden und via Funk übertragenen NMEA-Protokolle mit allen gängigen Kartenprogrammen auswertbar sein. Voraussetzung ist nur, daß diese mit einer standardmäßigen GPS-Schnittstelle ausgestattet sind. Dabei müssen  sie vor dem ersten Einsatz selbstverständlich entsprechend des benutzten COMPorts und der Datenrate von 9600 Baud konfiguriert werden. Geeignete Map-Programme, die dabei auch bereits umfangreiches Kartenmaterial beinhalten, gibt es inzwischen schon für wenig Geld in jedem Elektronik-Markt. Da sie hervorragende topographische Karten bietet, ist in diesem Zusammenhang besonders auch die Top50-Kartensoftware der Landesvermessungsämter interessant. Weiterhin empfehlenswert sind spezielle Programme, wie z.B. "FUGAWI". Hierfür gibt es nicht nur ein umfangreiches Kartenangebot, sondern es besteht darüberhinaus auch die Möglichkeit der Einbindung eigenen Materials. Letzteres gilt auch für das aus Australien kommende Programm "OziExplorer".


(C) LVermGeo RLP

Abb.11  Screenprint des auswertenden PDA's mit aktiviertem Programm "OziExplorerCE"
und Anzeige der von der Erfassungsseite via Funk übertragenen Standortdaten.

Neben der Verwendung autarker Einheiten, hat sich der Trend bei mobilen Navigationssystemen eindeutig in Richtung PDA-Nutzung verlagert. Dadurch gibt es auch hier ein breites Angebot an geeigneter Software. Dabei gilt, wer sich mit der Qualität der üblicherweise ( z.B. von TomTom ) verwendeten Vectorkarten nicht zufrieden geben will, für den gibt es auch wieder PDA-Versionen von z.B. "FUGAWI" und "OziExplorerCE", die eine Einbindung von eigenem oder sonstigen Kartenmaterial gestatten, welches dabei in den unterschiedlichsten Formaten vorliegenden kann.

Noch ein Tipp zum Schluß: Wenn es Probleme bei der Ausführung von Kartenprogrammen geben sollte, dann kann es sinnvoll sein, zuerst einmal nur mit HyperTerminal oder einem anderen ggf. PDA-tauglichen Terminalprogramm zu kontrollieren, ob die gewünschten Protokolle tatsächlich und auch mit der benötigten Datenrate am Rechner ankommen.


Zu Abb. 11:  "Geobasisdaten (TK25)  (C)  Landesamt für Vermessungswesen und Geobasisinformation Rheinland Pfalz  31.8.2006 ; Az.: 26 722-1.401".