Kleiner
einfacher Adapter zwischen RS232 und BLUETOOTH
mit
Beispielanwendungen: Funkgeräte, TNC's und ANDROID-Smartphones
werden zu APRS-Trackern
Abb.1 RS232 zu BT-Adapter
verbunden mit einem Kenwood "TH-D7"
Ziel war der Aufbau
eines einfachen, preiswerten und wenig Energie verbrauchenden RS232 zu
BLUETOOTH-Adapters. Daher kam als Bluetooth-Chip nur ein solcher nach
BT-Class2 mit einer Sendeleisung von etwa 1mW infrage. Die dabei
mögliche
Funkreichweite in der Größenordnung von etwa 10-15m sollte
genügen. Auf
der Suche nach einem geeigneten Produkt stiess ich auf den in Abb.2
gezeigten und für weniger
als 6 Euro aus Hongkong erhältlichen "EGBT 046S" [1],[2]. Nachdem
die Bluetooth-Verbindung zu ihm üblicherweise ausgehend von einem
PC oder Smartphone hergestellt werden sollte, war es auch kein
Nachteil, dass er nur in der Slave-Funktion eingesetzt werden
kann. Positiv ist bei ihm auch zu vermerken, dass seine
Stromaufnahme im verbundenen Zustand bei nur etwa 8mA liegt.
Abb.2 Ansicht des
Bluetooth-Chips EGBT 046S ( Anm.: "S" steht für
Slave-Funktion )
Der
Bluetooth-Chip wurde gemeinsam mit einem RS232-Pegelwandlerbaustein
"MAX3232" auf einer kleinen Platine untergebracht ( Abb.3 ). Ein
zusätzlicher 3,3V-Spannungsregler ermöglicht
Versorgungsspannungen im Bereich von etwa 5-15V. Bei Verwendung
z.B. eines 3.7V-Akkus kann der Spannungsregler ggf. auch entfallen.
In meinem Falle wollte ich den Adapter
nutzen, um eine Verbindung zu APRS-tauglichen
Kenwood-Geräten über deren Datenbuchse herstellen zu
können. Dazu ist aus Abb.3 auch
die erforderliche Steckerbelegung ersichtlich. Ebenfalls gezeigt wird
auch die abweichende Belegung, wie sie z.B. in Verbindung mit
D-Stargeräten von
ICOM zu verwenden ist.
Abb.3 Adapterboard und
2.5mm-Funkgerätestecker ( Hauptplatine: 40x29mm )
Das
Bluetooth-Modul "EGBT 046S" ist sehr einfach einsetzbar. Man muss nur
die Anschlüsse für die 3,3V-Versorgung, sowie die seriellen
Datenports "TxD" und "RxD" belegen ( Abb.4 ). Defaultmäßig
wird dabei mit 9600bps gearbeitet. Die ggf. zur Änderung der
Datenrate benötigten Befehle sind dem Handbuch [2] zu entnehmen.
Wichtig ist noch zu wissen, dass der Dateneingang nicht 5V-resistent
ist. Somit darf an dieser Stelle nur mit 3V-TTL-Pegeln gearbeitet
werden, wobei das bei der vorliegenden Anordnung aber ohnehin der Fall
ist. Weiteres zu ggf. erforderlichen Pegelanpassungen findet man auch
im Handbuch.
Sinnvoll ist in jedem Fall eine an Pin24 angeschlossene LED. Sie wird
nach der Inbetriebnahme des Boards blinken und nach einem "Connect"
dauerleuchten.
Abb.4 Schaltbild des Adapters
HINWEIS: geeignete
3,3V-Spannungsregler im SOT223-Gehäuse ( U3 ) gibt es z.B. bei Fa.
CONRAD; siehe [3],[4]

Abb.5 Platinenlayout
Verwendung
des Bluetooth-Adapters zur Zusammenschaltung von APRS-Tracker und
ANDROID-Smartphone
Eine
praktische Anwendung für den Bluetooth-Adapter ist z.B. seine
Verwendung als Bindeglied zwischen einem die APRS-Software "APRSDROID"
[6],[7],[8] benutzenden ANDROID-Smartphone bzw. -Tablet und einem
TNC
, wie z.B. dem TNC-X [5]. Einige ältere Version dieses
Bausteins standen noch zur Verfügung und so wurde daraus zusammen
mit einem kleinen 2m-Transceiver eine mobile APRS-Einheit ( Abb.6
).

Abb.6 APRS-Empfangs- und Sendeanordnung mit Bluetooth-Verbindung
( zur Darstellung in voller Grösse Bild anklicken )
Nachdem das
verwendete Bluetooth-Modul im Default-Status mit einer Datenrate von
9600bps arbeitet, wurde die gleiche Geschwindigkeit auch für den
TNC-X gewählt. Zur Anwahl dienen zwei auf der Platine befindliche
Jumper.
Bei der Zusammenschaltung von "TNC-X" und Bluetooth-Adapter gemäss
Abb.6 ergibt sich eine doppelte Pegelwandlung von TTL nach RS232 und
wieder zurück. Findige Basteler könnten das umgehen und dabei
auch den Energieverbrauch der Anordnung noch etwas senken. Aus
Gründen der Einfachheit habe ich selbst allerdings darauf
verzichtet. Wer hier Änderungen vornehmen will, der muss
allerdings beachten, dass dem Eingang des Bluetooth-Moduls kein
5V-TTL-Signal angeboten werden darf, so dass in diesem Fall noch
zumindest ein geeigneter Spannungsteiler vorzuschalten ist.
Wie aus Abb.6 ebenfalls noch ersichtlich ist, hatte ich der Version
meines älteren "TNC-X" provisorisch auch noch eine
USB-Schnittstelle hinzugefügt. Bei meinen Tests diente sie
allerdings nur der 5V-Versorgung des Bausteins. Selbstverständlich
kann die Versorgung aber auch über den normalerweise dafür
vorgesehenen Eingang erfolgen.
Alternativlösungen
"APRSDROID" verarbeitet Daten
NUR im APRS-KISS-Format. Der weiter oben schon erwähnte "TNC-X"
[5] ist mit seiner ausschliesslichen KISS-Funktionalität somit
bereits
von Haus aus für eine Zusammenarbeit predestiniert.
Alternativ
ergeben sich aber auch noch andere Möglichkeiten. So lassen sich
z.B. auch alle APRS-tauglichen Kenwood-Geräte in den KISS-Mode
versetzen ( siehe dazu auch [9] ), wobei eine Zusammenarbeit mit dem
weit
verbreiteten Windows-Programm "UI-VIEW" auch in diesem Mode
möglich ist. Nachdem sich die
KISS-Einstellungen vorgenannter Funkgeräte aber leider nicht
speichern lassen ( oder? ), muss allerdings eine unter "UI-VIEW
"festlegbare Befehlsfolge bewirken, dass der Initialisierungsvorgang
bei
jedem Programmstart stets aufs Neue erfolgen kann. In ähnlicher
Weise ist auch das Programm "APRSDROID" in der Lage, die
Kenwood-Funkgeräte bei jedem Programmstart wieder erneut in den
KISS-Mode
zu versetzen.
Abb.7 APRS-Trackeranordnung
unter Verwendung eines Opentracker1+-Clones nach [11]
Einfacher ist es dagegen bei Verwendung von
APRS-Trackern, wie z.B. den verschiedenen Opentracker-Versionen
[10] einschliesslich meiner Selbstbauversion nach [11]. Mithilfe des
vom Hersteller verfügbaren
Konfigurationsprogrammes "OTWINCFG" lässt sich dabei die
Original-Firmware jeweils auch durch eine
KISS-Version ersetzen.
Abb.8 APRS-Trackeranordnung
unter Verwendung des "Tinytrak4"
Der weit verbreitete Tracker "TinyTrak4" ( Abb.8 ) von Fa. Byonics [12]
lässt sich leicht über die Konfigurationseinstellungen
dauerhaft in
den KISS-Modus
versetzen. Mehr dazu findet man auf der Homepage der Firma und auch
hier [13].

Abb.9 Beispiel für eine OSM-Kartendarstellung unter APRSDROID
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