
Für Funk-Fernschalter gibt es eine Unmenge von
Einsatzmöglichkeiten.
Die meisten der bisher verfügbaren Geräte haben aber
den
Nachteil, dass ihre Funkreichweite sehr begrenzt sind. In der Regel
lassen
sich mit ihnen nur maximal einige 100m überbrücken.
Für
Anwendungen, die eine grössere Distanz erfordern, bietet sich
Schaltbaustein
"GSM-CONTROL"
( Abb.1 ) als Lösung an. Durch Nutzung öffentlicher
GSM-Netze
sind der Entfernung zwischen Geber und Auswerter hierbei weltweit kaum
noch Grenzen gesetzt.
Die Steuerung kann von jedem halbwegs modernen Telefon oder Handy
in der Regel ohne weitere Zusatzeinrichtungen erfolgen. Die zur
Verwendung
geeigneten Geräte müssen dabei lediglich in der Lage
sein,
auf Tastendruck DTMF-Töne abgeben zu können. Notfalls kann
stattdessen
aber auch ein preiswert erhältlicher separater Tongeber benutzt
werden.

Abb.2 Blockschaltbild
Die Auswertung der Steuerbefehle erfolgt mithilfe des Bausteins "GSM-CONTROL". Er wird dazu mit einem handelsüblichen Handy verbunden. Wie das im Einzelnen geschehen kann und was dabei zu beachten ist, wird weiter unten beschrieben.

Abb.3 Beispiel für Zusammenschaltung
"GSM-CONTROL" ist mit drei
Schaltkanälen
ausgestattet. Die Bedienung ist extrem einfach : Nachdem das mit der
Auswerteinheit
verbundene Handy angerufen wurde und die Verbindung zustandegekommen
ist,
sind neun Tasten auf der Geberseite zur Auslösung von Befehlen
nutzbar.
Das Ergebnis wird dabei sofort akustisch quittiert. Im Einzelnen sind
folgende
Funktionen möglich :
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Die Abfragetasten dienen der Kontrolle einzelner Kanäle, ohne dass der jeweils aktuelle Schaltzustand dabei verändert wird.
Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten der Quittierung :
1. Basisversion
Die Rückmeldung der AUS-Funktion erfolgt durch eine als
Tonsignal
hörbare Punkt-Strichfolge ( entsprechend Morsecode für "A" ).
Dagegen wird die EIN-Funktion durch Übermittlung von Punkten
( entsprechend Morsecode für "E" ) signalisiert.
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"EIN" : Punktfolge ( entspricht Morsecode für "E" ) |
2. Komfortversion
Zur Rückmeldung wird je nach Schaltzustand einer von zwei
vorhandenen
Sprachspeicherbausteinen aktiviert. Diese können dazu mit
Begriffen
wie z.B. "EINGESCHALTET" und "AUSGESCHALTET"
besprochen worden sein ( siehe unten ).
Das Schaltbild von GSM-CONTROL kann hier als PDF-File heruntergeladen werden ( Anm.: Die Frequenzangabe des Quarzes X1 im Schaltbild muss richtig lauten : 3.579MHz ).
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Am Toneingang "EAR" ( Die Bezeichnung bezieht sich auf die
Freisprecheinrichtungsseite ) eintreffende DTMF-Steuertöne werden
in U1 decodiert. Erfolgreiche Tonerkennung bewirkt "H-Pegel" an Pin 15.
Das Signal wird mithilfe von U4F invertiert und aktiviert die
Leuchtdiode
LD1. Damit besteht eine einfache Möglichkeit zum Testen der
Auswertung
eingehender DTMF-Signale.
Die Ausgänge Pin 11-14 von U1 repräsentieren die
jeweils empfangene DTMF-Tonkombination in BCD-codierter Form. Über
die Anordnung U4A-C wird nach jeder Tonerkennung ein kurzer
negativer
Puls an U2 Pin 6 erscheinen und die Übernahme des BCD-Wertes
in den Microcontroller U2 bewirken.
Erkennt die im Flash-Speicher des Controllers abgelegte
Betriebssoftware
einen für diese Anwendung relevanten BCD-Code, so werden daraufhin
entsprechende Steuerbefehle erzeugt. So bewirkt beispielsweise
der
Befehl "KANAL 1-EIN", dass Ausgang Pin18
von
U2 auf "H-Potential" geht. Dagegen wechselt der gleiche Pin bei Befehl
"KANAL1-AUS"
nach
"L". Über den Transistor Tr 1A steuert der Ausgang das
Relais
Rel 1A gesteuert. Die Leuchtdiode LD2A dient dabei der Anzeige des
"EIN"-Zustandes.
Die Schaltsignale für die weiteren Kanäle liegen an den
U2-Processorausgängen Pin 17 ( Kanal 2 ) und Pin 16 ( Kanal 3 )
an.
Sie steuern Relaisstufen, die analog zu derjenigen von Kanal 1
aufgebaut
sind.
Parallel zur Steuerung der AUS- oder EIN-Funktion werden an den
Pins 8 und 9 von U2 kurze negative Pulse ausgegeben. Sind
Sprachspeichermoduln
vorhanden, so wird hierüber die Sprachausgabe gestartet. Die
Tonausgänge der Bausteine liefern daraufhin die benötigten
Quittungsmessages
in Richtung Handy.
Werden keine Sprachbausteine verwendet, ist Kondensator C4 zu
bestücken.
Zur Quittierung ankommender Steuerbefehle und bei
Zustandsabfragen
werden die an Pin11 von U2 jeweils für einige Sekunden zur
Verfügung
stehenden Morsekennungen verwendet.
Mit dem Einsteller RP1 kann der Pegel der über Anschluss "MIC"
ausgegebenen Tonsignale an den Mikrofoneingang der
Freisprecheinrichtung
angepasst werden.
Zur Übertragung von Steuerungs- und Quittungssignalen müssen zwei Tonverbindungen zwischen GSM-CONTROL und dem Handy hergestellt werden. Dafür bieten sich zwei Lösungswege an :
1. Es können entsprechend modifizierte einfache portable Freisprecheinrichtung benutzt werden. Da die Anschlussleisten der Handys nicht einheitlich sind, kommen hier nur typenspezifische Lösungen infrage. Entsprechende Produkte sind aber für alle gängigen Handy-Gerätetypen sehr preiswert erhältlich. Von den FSE lassen sich dabei im Wesentlichen nur die Gerätestecker nutzen.

Abb.5 FSE-Modifikation
Somit könnte man auch auf die Idee kommen, das benötigte Adapterkabel komplett selbst bauen zu wollen. Das würde aber bedeuten, dass man sich die schwer erhältlichen Spezialstecker besorgen und auch Informationen über deren interne Beschaltung besitzen müsste. Da ist es doch wesentlich einfacher, stattdessen eine fertige FSE-Einheit zu verwenden und hier Hörer und Mikrofon zu entfernen. Übrig bleiben dann nur der konfektionierte Spezialstecker mit zwei abgeschirmten Kabelenden ( siehe Abb. 5 ) . Mit ihrer Hilfe lassen sich dann auf einfache Weise die erforderlichen

Abb.6 Minimalbeschaltung Siemens-Handystecker
Verbindungen mit den Tonein- und Ausgängen der Einheit "GSM-CONTROL"
herstellen. Dabei müssen die Mikrofonleitung ( MIC ) mit dem
Tonausgang
und die vormals zum Ohrhörer führende Leitung ( EAR )
mit
dem Toneingang der Baugruppe GSM-CONTROL
verbunden
werden.
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2. Um auch Standard-Headsets als Freisprecheinrichtung nutzen zu können, gibt es für alle gängigen Handytypen entsprechende Adapter ( Abb. 7 und Abb.8 ). Sie sind einheitlich mit einer 2.5mm-Stereo-Klinkenbuchse ausgestattet. Auch mit ihrer Hilfe lässt sich der Baustein "GSM-CONTROL" sehr einfach mit einem Handy zusammenschalten. Zur Verbindung beider Einheiten ist lediglich ein zweiadriges abgeschirmtes Kabel und ein 2.5mm Stereo-Klinkenstecker erforderlich.
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Abb.7 und Abb.8 HAMA-Headset-Adapter ;
SIEMENS-Version
; Aussen- und Innenansicht
Geeignete Headset-Adapter werden z.B. von HAMA hergestellt und sind bei allen einschlägigen Elektronik-Händlern erhältlich. Die Adapterversion für die 25er, 35er und 45er-Modelle von Siemens wurde bereits erfolgreich in Verbindung mit "GSM-CONTROL" getestet.
Für den Dauerbetrieb mit der Einheit "GSM-CONTROL" sollte auch das verwendete Handy aus einer externen Quelle versorgt werden. Bei den meisten Handys wird der Geräteanschluss allerdings sowohl zum Anschluss einer Freisprecheinrichtung als auch für das Ladegerät benutzt. Beide Zusätze lassen sich somit nur alternativ betreiben. Am Beispiel der Siemens-Geräte soll beschrieben werden, wie bei angeschlossenern FSE dennoch eine Fremdversorgung ( oder besser : Dauerladung ) erfolgen kann :

Abb.9 Zusatzbeschaltung der HAMA-Festadapter zur
Fremdversorgung
Besonders einfach geht es unter Verwendung der bereits oben
erwähnten
HAMA-Festadapter. Im Gegensatz zu den Gerätesteckern vieler
preiswerter
FSE-Adapter, sind sie kontaktmässig voll bestückt.
Für den Handydauerbetrieb muss dem geräteinternen Akku
lediglich über Pin 3 ( Plus ) und Pin 1 ( Minus ) der
Steckverbindung
eine Spannung zugeführt werden. Sie kann entweder aus einem
Originalladegerät
( ggf. mit abgeschnittenem Gerätestecker ) oder auch aus einer
separaten
Einheit stammen. Das verwendete Gerät sollte dabei eine
Ausgangsspannung
zwischen ca. 5 und 8 Volt bei einen Dauerstrom von mindestens 300mA
liefern
können. Im einfachsten Falle tut es auch eine Brücke zwischen
der 5V-Versorgungsleitung des Boards "GSM-Control" und Pin 3 des
Handysteckers.
Inzwischen wurde allerdings berichtet, dass Handymodelle der 45er- und
50er-Serie eine Ladespannung von mindestens 6V erfordern.
Anmerkung : Es ist peinlichst darauf zu achten, dass die Zuführungsleitungen nicht verpolt angeschlossen werden und zwischen den benutzen Pins und ihren Nachbarn auch keine ungewollten Schlüsse entstehen können ( Abschirmschläuche verwenden ). Auch eine in die Verbindungsleitung eingefügte Feinsicherung oder ein niederohmiger Schutzwiderstand ( 1 Ohm, 3W ) könnten hier noch eine zusätzliche Sicherheit bewirken.
Bei Verwendung des HAMA-Adapters wird der FSE-Betriebszustand dem Handy über einen auf der Platine befindlichen 15K-Ohm-Widerstand signalisiert. Ohne dieses Bauteil ist keine automatische Rufannahme ( siehe unten ) möglich.
Eine Fernsteuerung kann nur erfolgen, wenn vorher eine Verbindung
zwischen dem abrufenden Telefon bzw. Handy und dem mit "GSM-CONTROL"
verbundenen Handy auf der Gegenseite zustandegekommen ist. Da auf der
Auswertseite
keine manuelle Gesprächsannahme möglich ist, muss diese
automatisch
erfolgen. Glücklicherweise sind aber alle Handys mit einer
Funktion
zur automatischen Rufannahme ausgestattet. Sie ist üblicherweise
NUR
in Verbindung mit einer angeschlossenen Freisprecheinrichtung
wirksam
und ermöglicht die selbständige Annahme ankommender
Rufe
nach ein- bis zweimaligem Läuten. Danach erfolgt die zum
Fernsteuern
benötigte Durchschaltung der externen Tonein- und Ausgänge.
Die Verbindung kann von der abfragenden Stelle jederzeit beendet
werden.
HINWEIS
Oft muss die Funktion "AUTOMATISCHE RUFANNAHME"
bei neuen Handys erst noch aktiviert werden. Über die dazu im
Gerätemenü
erforderlichen Bedienungsschritte gibt das zugehörige Handbuch
Auskunft.
Werden Sprachspeicherbausteine benutzt, so sind diese vorher noch mit den gewünschten Quittungsbegriffen zu besprechen ( z.B. EINGESCHALTET, AUSGESCHALTET ). Ob Deutsch, Englisch, Russisch oder Kisuaheli, hier ist alles möglich :-) In der Praxis hat es sich gezeigt, dass es dabei sinnvoll ist, die gewünschten Begriffe mehrmals hintereinander aufzusprechen.
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Abb.10 und Abb.11 Sprachspeicherbaustein : Aussenansicht
und Anschlussplan
Es wurden Fertigbausteine verwendet, wie sie z.B. von Conrad-Elektronik für ca. 8 Euro erhältlich sind ( Prod.-Nr. 13 00 17 ). Sie erlauben das Aufnehmen und Wiedergeben von Sprache bis zu 20 Sec. ( Anwendungshinweise werden mitgeliefert ).

Abb.12 ELV-Netzinterface
Obwohl das Originalrelais der Baugruppe GSM-CONTROL ( nach Herstellerangaben ) auch Netzspannungen schalten kann, wird aus Sicherheitsgründen die Verwendung einer separaten Einheit empfohlen. Geeignet ist z.B. das von ELV angebotene 230V-Schaltinterface ( Katalog 2002, Seite 32 ). Ein Optokoppler stellt dabei eine galvanische Trennung zwischen Netz- und Steuerseite sicher. Zur Steuerung wird eine Gleichspannung im Bereich von 4 bis 18 Volt benötigt. Sie kann der Baugruppe GSM-CONTROL entnommen und mit einem der vorhandenen Relais geschaltet werden.

Komplettbausatz Best.-Nr. 20-392-11
Fertiggerät
Best.-Nr. 20-432-71
