Einfacher
UKW-Stereoempfänger mit Philips-Tuner "FM1216ME"
und Bascom-I2C-Steuerung
28. April 2011
Als
Restposten gibt es bei Fa. Pollin für schlaffe Euro 3.95 eine
"TV-/Radio- und ISDN-Kombokarte" [1] ( Best.-Nr. 700 621 ). Sie wird
dadurch interessant, weil auf ihr ein PHILIPS-Tuner des Typs "FM1216ME"
[2] verbaut ist. Ursprünglich als Schlüsselbauteil für (
analoge ) TV- und Radio-Empfänger entwickelt, bleibt nach dem Ende
des analogen Fernsehens immer noch seine Verwendbarkeit zum einfachen
Selbstbau
eines relativ hochwertigen FM-Stereoempfängers.
Ist kein
optimal dafür geeignetes Werkzeug vorhanden, so sollte man
allerdings auf ein komplettes Auslöten des Tuners verzichten und
stattdessen die einzelnen Tuner-Anschlußpins kurz über der
Platinenfläche abkneifen. Das Aushebeln über die vier
verbleibenden
Massekontakte sollte danach mithilfe eines kräftigen
Lötkolbens keine weiteren Probleme bereiten.
.
Abb.1 Komboplatine von Fa. Pollin
Abb.2 Philips Tuner FM1216ME
Der Tuner "FM1216ME"
benötigt nur eine 5V-Versorgungsspannung ( ca. 100mA ) und erlaubt
dabei eine vielseitige Verwendung, wovon aber inzwischen eigentlich nur
noch die Verwendung als FM-Rundfunkempfänger von Interesse ist.
Dabei kann er entweder ein Mono- oder unterstützt vom internen
Decoder auch ein Stereo-Signal bereitstellen. Zur Weiterverarbeitung
kann z.B. eine Aktivbox verwendet werden. Über einen
zusätzlich verfügbaren MPX-Ausgang ( Pin 14 ) lässt sich
bei Bedarf
auch noch z.B. ein RDS-Decoder anschliessen.
Abb.3 Minimalversion einer
Tunersteuerung mit Prozessor ATTINY45
Die
I2C-Tunersteuerung erfolgt über seine Pins 4 ( SCL ) und 5 ( SDA
). Zum Empfang meines Lieblingssenders habe ich dabei eine
Minimalversion der Steuersoftware mit dem Prozessor ATTINY45 ( Abb.3 )
getestet. Nach Programmstart wird hierbei immer die dazu im
Programm abgelegte Frequenz
aufgerufen. Mithilfe der Up- und Down-Tasten lässt sich diese zwar
in jeweils 100KHz-Schritten ändern, aber ohne Frequenzanzeige ist
diese Lösung zum Empfang auch anderer Sender natürlich nicht
elegant. Besser ist in diesen
Fällen eine Variante für den ATMEGA8 und zusätzlichem
LC-Display ( 1x16Z oder 2x16Z ) zur Anzeige der jeweiligen
Empfangsfrequenz. Beide Versionen sind unten verfügbar und
können natürlich auch leicht an eigene Anforderungen
angepasst werden.
Als Besonderheit ist noch anzumerken, daß es gemäß
Herstellerangaben erforderlich ist, die PLL des Tuners nach dem
Einschalten und vor dem Setzen der später gewünschten
UKW-Empfangsfrequenzen immer erst einmal kurzzeitig auf eine relativ
hohe
TV-Frequenz z.B. im Bereich um 150MHz abzustimmen. In den
beigefügten Programmen wurde das bereits berücksichtigt.
Im vorliegenden Fall wird die PLL des Tuners im 50KHz-Raster betrieben.
Dabei berechnet sich der via I2C-Steuerung zum Empfang einer bestimmten
Frequenz "Fe" einzugebende Teilungsfaktor zu ( Fe+ 10.7 ) * 20. Eine
Frequenz von beispielsweise 103.7 MHz ergibt somit: ( 103.7 + 10.7 ) *
20 = 2288 als Dezimalwert bzw. 8F0 als der in die entsprechenden
Sendebytes zu schreibende Hex-Wert.
Im Testprogramm ist der mithilfe der
Up/Down-Tasten abdeckbare Empfangsbereich auf 87.5-107.9 MHz begrenzt.
Grundsätzlich erlaubt der Tuner aber auch eine Verwendung
über diese Grenzen hinaus. So hätte man in früheren
Zeiten z.B. den TV-Ton von CCIR-Kanal 4-Stationen auf 67.75 MHz
abhören können, aber alle entsprechenden Sender sind
inzwischen
verstummt. Ein Radio-DXer könnte aber auf diese Weise aber aber
immer noch versuchen, Empfangsversuche im jenseits von Polen durchaus
noch verwendeten OIRT-Rundfunkband 68-74 MHz durchzuführen .
Die
BASCOM-AVR-Files der ATTINY- und der ATMEGA8-Version ( mit LC-Display
an Port "C" ) können hier
heruntergeladen werden.
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